Passagier schlägt auf Edelweiss-Flugbegleiterin ein

Ein Mann rastete auf einem Flug von Zürich in die Dominikanische Republik aus. Reisegäste stellten sich ihm mutig entgegen.

Unangenehmer Vorfall im Flugzeug: Passagiere bewiesen Zivilcourage. (Keystone/Walter Bieri/Symbolbild)

Unangenehmer Vorfall im Flugzeug: Passagiere bewiesen Zivilcourage. (Keystone/Walter Bieri/Symbolbild)

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Der Edelweiss-Flug am vergangenen Mittwoch von Zürich nach Punta Cana wurde von einem Zwischenfall überschattet, wie 20 Minuten berichtet. «Der Passagier, der direkt vor mir sass, bestellte mehrere alkoholische Getränke. Eine Flugbegleiterin machte ihn darauf aufmerksam, dass es langsam genug sei.» Statt sich einsichtig zu zeigen, sei der Passagier wütend geworden und habe Mitreisende teilweise übel beschimpft, berichtet der mitgereiste Leser.

Anschliessend habe der wütende Mann versucht, eine Zigarette anzuzünden, doch das Feuerzeug habe ihm noch rechtzeitig entwendet werden können. «Dann plötzlich sprang er auf und begann auf die Flugbegleiterin einzuschlagen.» Reflexartig sei er dazwischengesprungen, um den aufgebrachten Mann festzuhalten, sagt der Fluggast, der mit seiner Gattin und seinen beiden Kindern in die Ferien reiste. «Es kamen weitere Männer hinzu. Zusammen konnten wir ihn überwältigen.»

Der Mann sei daraufhin gefesselt auf seinen Platz gesetzt worden. «Rund drei Stunden schrie und tobte er. Erst gegen Ende des Fluges beruhigte er sich.» Am Flughafen von Punta Cana hätten die Passagiere dann so lange sitzen bleiben müssen, bis die Polizei eingetroffen sei und den Randalierer abgeführt habe. Der Leserreporter meinte, dass er weder gross noch stark sei. «Aber als ich gesehen habe, dass eine Frau geschlagen wird, bin ich ohne zu zögern dazwischengegangen, um ihn festzuhalten. Ich bin froh, dass so viele Reisende Zivilcourage gezeigt haben.»

Crews werden regelmässig geschult

Edelweiss bestätigt, dass ein «offensichtlich betrunkener Passagier am Mittwoch auf dem Flug von Zürich nach Punta Cana mehrfach andere Passagiere und die Crew verbal und körperlich angegangen hat». Sprecher Andreas Meier: «Um die Sicherheit an Bord zu gewährleisten, leitete unsere Besatzung entsprechende Massnahmen ein. Diese Massnahmen beinhalten bei einem so schwerwiegenden Fall unter anderem eine kontrollierte Fesselung.» Weiter würden solche schwerwiegenden Vorfälle den Behörden an der Zieldestination gemeldet, und der betreffende Passagier werde den Behörden übergeben. «Der Fall liegt nun bei den Behörden der Dominikanischen Republik.»

Alle Crewmitglieder seien wohlauf, und Edelweiss stehe mit ihnen in Kontakt. «Es stimmt, dass Passagiere unsere Besatzung unterstützt haben», sagt Meier. «Glücklicherweise sind solche schwerwiegenden Zwischenfälle bei Edelweiss sehr selten. Unsere Crews werden für solche Vorfälle regelmässig geschult.»

Edelweiss analysiere den Vorfall derzeit intern und prüfe allfällige strafrechtliche und sonstige rechtliche Massnahmen. «Um die Sicherheit an Bord zu gewährleisten, prüft Edelweiss, den Passagier für weitere Flüge auf unseren Flugzeugen zu sperren», erklärt Meier. «Des Weiteren wird Edelweiss diesen Zwischenfall dem Bundesamt für Zivilluftfahrt melden und bei allfälligen Untersuchungsmassnahmen kooperieren.»

(fal)

Erstellt: 20.12.2019, 08:34 Uhr

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Übermässiger Alkoholgenuss schon auf dem Flughafen oder an Bord sowie Drogenkonsum seien die häufigsten Ursachen für renitentes Verhalten. Um die steigende Zahl an Unruhestiftern zu senken (2016 kam es alle 1424 Flüge zu einem Vorfall, 2017 bereits alle 1053 Flüge), startete die Easa dieses Jahr die Kampagne #notonmyflight. So sollen die Airlines sensibilisiert werden. (20 Min)

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