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Peinliche Ermittlungspanne im Drogenkrieg

Die mexikanische Polizei hat gestern stolz die Festnahme des Drogenboss-Sohnes Jesus Guzmán verkündet. Doch heute stellte sich heraus, dass der falsche Mann ins Netz gegangen ist.

Nicht der Richtige: Felix Beltran Leon an der gestrigen Pressekonferenz – wo er als Jesus Guzmàn vorgestellt wurde. (22. Juni 2012)
Nicht der Richtige: Felix Beltran Leon an der gestrigen Pressekonferenz – wo er als Jesus Guzmàn vorgestellt wurde. (22. Juni 2012)
Reuters

Einen Tag nach der gross verkündeten angeblichen Festnahme des Sohns von Mexikos meistgesuchtem Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán haben die mexikanischen Behörden eine peinliche Panne eingestehen müssen: Der Festgenommene ist nicht Jesus Alfredo Guzmán, sondern ein anderes Mitglied des Sinaloa-Drogenkartells.

Das erklärten die Ermittler gestern Abend (Ortszeit). Das mexikanische Militär hatte die Festnahme des angeblichen Guzmán-Sohnes am Donnerstag verkündet und den Gefassten Reportern vorgeführt.

Ein Marinesprecher hatte gesagt, Jesus Alfredo Guzmán alias «El Gordo» (Der Dicke) sei einer der wichtigsten Anführer des Sinaloa-Drogenkartells seines Vaters. Der 26-Jährige habe die Reichtümer seines Vaters verwaltet.

Meistgesuchter Drogenboss

In einer tränenreichen Pressekonferenz meldete sich am Freitag dann eine Frau aus Guadalajara zu Wort. Sie sagte, der Festgenommene sei ihr Sohn Felix Beltran Leon, der keinerlei Verbindungen zum Sinaloa-Kartell habe. Nach «notwendigen Identitätstests» bestätigten die Ermittler, dass es sich um Beltran Leon handle. Nach Angaben der US-Antidrogenbehörde DEA ist dieser ein ranghoher Untergebener des Guzmán-Sohns.

Joaquín Guzman ist der Chef des berüchtigten Sinaloa-Kartells und der meistgesuchte Drogenboss in Mexiko und den USA sowie einer der reichsten Männer der Welt. Seit seiner Flucht aus dem Gefängnis im Jahr 2001 ist er untergetaucht und führt seine Organisation aus dem Untergrund. Die USA haben fünf Millionen Dollar Belohnung auf Hinweise zu seiner Festnahme ausgesetzt.

Das Sinaloa-Kartell kontrolliert weite Teile des Drogengeschäfts in Mexiko. Mit konkurrierenden Drogen-Gangs liefert es sich einen blutigen Krieg um die Kontrolle des Rauschgifthandels in die USA. Im mexikanischen Drogenkrieg wurden seit Ende 2006 mehr als 50'000 Menschen getötet.

SDA/ses

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