Pferdefleisch-Skandal: Betrüger-Bande in Haft

Pferde- statt Rindfleisch: der Skandal von 2013 schlug hohe Wellen. Nun wurde der Betrüger-Ring zerschlagen, der für den Skandal verantwortlich sein soll.

Bild zeigt die spanischen Behörden und Europol während der Ermittlungen an einem nicht genannten Ort, veröffentlicht am 16. Juli 2017.

Bild zeigt die spanischen Behörden und Europol während der Ermittlungen an einem nicht genannten Ort, veröffentlicht am 16. Juli 2017. Bild: Europol Handout

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Europäische Ermittler haben einen internationalen Ring von Fleischbetrügern zerschlagen und Europol hat insgesamt 66 Verdächtige festgenommen. Die Bande unter Leitung eines niederländischen Fleischhändlers soll für den grossen europäischen Pferdefleisch-Skandal von 2013 verantwortlich sein.

Sie soll billiges Pferdefleisch als teures Rindfleisch deklariert und verkauft haben, teilte Europol am Sonntag in Den Haag mit. Das Fleisch war nicht für menschlichen Verzehr geeignet und zum Teil mit Medikamenten behandelt.

Der Kopf der Bande soll ein niederländischer Fleischhändler sein, wie Europol mitteilte. Er wurde in Belgien festgenommen. Den Verdächtigen wird unter anderem Betrug, Dokumentenfälschung und Verbrechen gegen die Gesundheit der Bevölkerung vorgeworfen.

Ermittler in acht Ländern

Der Skandal war 2013 ans Licht gekommen, als in Irland Pferdefleisch in Hamburgern entdeckt worden war. Danach wurde auch in anderen europäischen Ländern Pferdefleisch in Mahlzeiten gefunden, obwohl auf deren Etiketten reines Rindfleisch stand.

Im Sommer 2016 hatten die spanischen Umweltbehörden Unregelmässigkeiten beim Handel mit Pferdefleisch festgestellt. Fleisch war falsch ausgezeichnet und exportiert worden. Die Ermittler kamen dem niederländischen Grosshändler auf die Spur, der das betrügerische Netzwerk aus Calpe in Alicante leitete, wie Europol mitteilte.

An der Operation unter Leitung der spanischen Polizei waren Ermittler in acht Ländern beteiligt. Es seien auch mehrere Bankkonten, Immobilien und Luxusautos beschlagnahmt worden. (sep/sda)

Erstellt: 16.07.2017, 23:39 Uhr

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