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«Pille danach» gibt es nur noch auf Rezept

Das polnische Abtreibungsrecht ist äusserst restriktiv und wird weiter verschärft: Die nationalkonservative Regierung hat nun den Zugang zur «Pille danach» eingeschränkt.

Tausende schwarzgekleidete Polen demonstrierten im Oktober vor dem Parlament in Warschau gegen einen Gesetzesentwurf zum vollständigen Verbot von Abtreibung. (1. Oktober 2016)
Tausende schwarzgekleidete Polen demonstrierten im Oktober vor dem Parlament in Warschau gegen einen Gesetzesentwurf zum vollständigen Verbot von Abtreibung. (1. Oktober 2016)
AFP
Das Komitee «Rettet die Frauen» hatte zum Protest aufgerufen.
Das Komitee «Rettet die Frauen» hatte zum Protest aufgerufen.
AFP
Eine Frau demonstrierte verhüllt gegen den Gesetzesentwurf.
Eine Frau demonstrierte verhüllt gegen den Gesetzesentwurf.
AFP
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Polens Präsident Andrzej Duda unterzeichnete am Freitag das im Mai vom Parlament verabschiedete Gesetz, nach dem es Pillen zur Geburtenkontrolle nur noch auf Rezept gibt. Seit 2015 war die «Pille danach» in Polen für über 15-Jährige frei erhältlich.

Die seit November 2015 amtierende Regierung in Warschau hat bereits staatliche Mittel für In-Vitro-Fertilisation und andere Formen der künstlichen Befruchtung gestrichen. Im vergangenen Jahr versuchte sie, Schwangerschaftsabbrüche fast vollständig zu verbieten. Diese sollten künftig nur noch erlaubt sein, wenn das Leben der Schwangeren unmittelbar bedroht ist.

Ein Arzt informiert in der Schweiz eine Patientin über die «Pille danach». (Bild: Keystone/Christian Beutler)
Ein Arzt informiert in der Schweiz eine Patientin über die «Pille danach». (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Abtreibung nur bedingt möglich

Dagegen gingen an mehreren Tagen landesweit zehntausende schwarzgekleidete Frauen auf die Strasse. Das von der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) des ehemaligen Ministerpräsidenten Jaroslaw Kaczynski beherrschte Parlament machte daraufhin einen Rückzieher.

Das polnische Abtreibungsrecht ist so restriktiv wie fast nirgendwo sonst in Europa. Erlaubt ist Abtreibung nur bei Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Schwangeren, Hinweise auf eine schwere unheilbare Erkrankung des Fötus oder bei Vergewaltigung sowie Inzest. Polens mächtige katholische Kirche unterstützt ein vollständiges Abtreibungsverbot.

SDA/roy

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