Zum Hauptinhalt springen

Polanskis Anwalt kritisiert US-Behörden

Der Anwalt des Regisseurs, Hervé Témime, ruft die Schweiz auf unabhängig von jedem Druck aus den USA zu handeln. Er wirft den US-Behörden Versessenheit vor.

Gefangen im Chalet: Roman Polanski an der frischen Luft.
Gefangen im Chalet: Roman Polanski an der frischen Luft.
Keystone

Nach dem gescheiterten Antrag an die US-Justiz appelliert Roman Polanskis Pariser Anwalt an die Schweiz: «Ich hoffe, dass die Justiz in der Schweiz unabhängig von jedem Druck handeln kann und Roman Polanski freilässt», sagte Hervé Témime am Samstag in einem Interview des Radiosenders Europe1.

Das Verhalten der US-Behörden zeuge von einer Art von Versessenheit, kritisierte der Jurist. «Man hat das Gefühl, dass es den Willen gibt, ihn in Fussfesseln ankommen zu sehen.»

Gemäss Témimes Angaben läuft zurzeit ein Einspruch bei den Schweizer Behörden gegen Polanskis Auslieferung an die USA. Aber auch in den USA stünden noch Rechtsmittel zur Verfügung, hielt der Jurist fest.

Doppelte Niederlage

Dem in Polen geborenen Filmemacher (»Der Pianist») wird vorgeworfen, 1977 eine 13-Jährige in der Villa von Hollywoodstar Jack Nicholson mit Drogen gefügig gemacht und dann mit ihr Sex gehabt zu haben. Polanski bekannte sich damals schuldig. Am Tag vor der offiziellen Strafverkündung floh er aber nach Frankreich.

In dem seit mehr 30 Jahren laufenden Missbrauchsverfahren in den USA hatte Polanski am Donnerstag eine doppelte Niederlage einstecken müssen. Ein Berufungsgericht in Los Angeles lehnte den Antrag des 76- jährigen polnisch-französischen Regisseurs auf eine Verurteilung in Abwesenheit ab. Zudem wies das Gericht auch einen Antrag von Polanskis damaligem Opfer zurück, das Verfahren gegen den Regisseur fallen zu lassen.

Seit September in Haft

Polanski war am 26. September 2009 aufgrund eines US-Haftbefehls bei der Einreise in die Schweiz verhaftet worden. Gegen Bezahlung einer Kaution und unter Einhaltung weiterer Auflagen wurde er Anfang Dezember mit einer Fussfessel versehen in seinem Chalet in Gstaad BE unter Hausarrest gestellt.

SDA/jak

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch