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Pfefferspray legt Hamburger Flughafen lahm

Am Flughafen in Hamburg kam es zu einem Reizgas-Angriff. Dutzende klagten über Reizungen der Augen und Atemwege. 13 Flüge konnten nicht plangemäss starten.

Offenbar ein Reizgas-Angriff: Feuerwehr und Rettungskräfte vor Ort am Hamburger Flughafen.
Offenbar ein Reizgas-Angriff: Feuerwehr und Rettungskräfte vor Ort am Hamburger Flughafen.
Axel Heimken, AFP
Der Stoff habe sich dann über die Klimaanlage im Gebäude verteilt. Man gehe nicht von einem Terroranschlag aus.
Der Stoff habe sich dann über die Klimaanlage im Gebäude verteilt. Man gehe nicht von einem Terroranschlag aus.
20 Minuten/lia
Wie viele Flüge und Passagiere betroffen waren, war zunächst unklar. Insgesamt waren am Hamburger Flughafen am Sonntag 334 Starts und Landungen geplant.
Wie viele Flüge und Passagiere betroffen waren, war zunächst unklar. Insgesamt waren am Hamburger Flughafen am Sonntag 334 Starts und Landungen geplant.
Axel Heimken, AFP
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Chaos am Hamburger Flughafen: Offenbar Pfefferspray legte den Airport am Sonntag für über eine Stunde lahm. Das Reizgas trat vermutlich durch die Klimaanlage aus. Insgesamt klagten 68 Menschen über Augenbrennen und Reizungen der Atemwege oder zeigten Schocksymptome.

Neun Personen wurden in Spitäler gebracht. Niemand erlitt aber schwere oder lebensbedrohliche Verletzungen. Die Kartusche mit dem Reizstoff sei in einem Abfallbehälter vor der Sicherheitskontrolle gefunden worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Offenbar habe ein Passagier das Spray in den Müll geworfen, bevor er die Schleuse passiert habe. Im Müllbehälter habe sich die Dose dann entleert.

Pfefferspray darf ebenso wie Flüssigkeiten ab einer bestimmten Menge oder Messer ab einer bestimmten Grösse nicht mit an Bord genommen werden. Der Besitzer des Pfeffersprays sei nicht bekannt, sagte der Polizeisprecher. Ein Terrorakt könne nach bisherigen Erkenntnissen ausgeschlossen werden, sagte auch ein Sprecher der Feuerwehr. Er ging davon aus, dass ein Unbekannter das Reiz auslösende Gas in einen Luftschlitz gesprüht hatte, von wo aus es sich über die Klimaanlage verteilte.

«Reihenweise Leute umgekippt»

Eine Redaktorin von 20 Minuten war zufällig vor Ort, ihr Flug wurde gestrichen: «Es stehen haufenweise Feuerwehr- und Krankenwagen vor den Eingängen», schilderte sie ihren ersten Eindruck der Situation. «Am Check-In hat man uns gesagt, es sei Gas ausgetreten und es seien reihenweise Leute umgekippt. Jetzt müssen wir alle den Flughafen verlassen.»

In dem Bereich, in dem Fluggäste und Handgepäck kontrolliert werden, hätten zahlreiche Menschen über Augenbrennen und Reizhusten geklagt, berichtet ein Sprecher der Bundespolizei.

Die «Hamburger Morgenpost» schreibt, am Sonntagmittag hätten mehrere Personen über «üble Gerüche» und Atemwegsreizungen geklagt. Der Alarm ging am späten Vormittag ein.

Am frühen Sonntagnachmittag konnten alle Reisenden wieder zurück in das Gebäude. In der Kontrollstelle, in der Handgepäck und Fluggäste überprüft werden, habe es eine starke Geruchsbelästigung gegeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Zahlreiche Reisende hätten über Augenbrennen und Reizhusten geklagt. Ein Grossaufgebot von Rettungskräften war vor Ort. Die Feuerwehr richtete Behandlungsplätze für die Verletzten ein.

Flugbetrieb eingestellt

Der Flugbetrieb war von 12.32 bis 13.45 Uhr lahmgelegt, wie der Airport mitteilte. Die Zufahrten zum Flughafen wurden gesperrt, auch der S-Bahn-Verkehr zum Airport war unterbrochen. Von der vorübergehenden Sperrung waren insgesamt 13 Flüge betroffen. Zwei von ihnen seien nach Bremen umgeleitet worden, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Später seien die Maschinen wieder nach Hamburg zurückbeordert worden. Die übrigen Flugzeuge hätten entweder auf der Bahn warten oder in der Luft kreisen müssen.

Die Räumung des Flughafens lief nach Augenzeugenberichten ohne Panik ab. Das Gebäude der sogenannten Airport-Plaza enthält die zentrale Sicherheitskontrolle für die Fluggäste mit Kontrollstellen und Gepäckausgabe; sie schliesst die Lücke zwischen den Terminals 1 und 2.

Auch eine Reise des Präsidenten von Uruguay, Tabaré Ramón Vázquez Rosas, verzögerte sich wegen der vorübergehenden Sperrung des Hamburger Flughafens. Der Präsident habe in seiner Maschine warten müssen, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden konnte, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz hatte den Präsidenten am Freitag empfangen.

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