Zum Hauptinhalt springen

Waffenhändler des München-Amokläufers gefasst

Die deutsche Polizei hat den Darknet-Dealer festgenommen, der dem 18-jährigen Todesschützen von München die Tatwaffe verkauft hatte.

Die Tatwaffe: Eine «Glock 17» ist eine Selbstlade-Pistole, die weltweit bei Streitkräften, Polizei- und Spezialeinheiten im Einsatz ist. (Symbolbild)
Die Tatwaffe: Eine «Glock 17» ist eine Selbstlade-Pistole, die weltweit bei Streitkräften, Polizei- und Spezialeinheiten im Einsatz ist. (Symbolbild)
Don Petersen, AFP

Der mutmassliche Verkäufer der Amok-Waffe von München sitzt in Untersuchungshaft. Gegen den 31-Jährigen aus Marburg wurde Haftbefehl wegen des Verstosses gegen das Waffengesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz erlassen.

Das gab die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Mittwoch nach der Festnahme des 31-jährigen Mannes bekannt. Der mutmassliche Waffenhändler war bei einem Scheingeschäft am Dienstag in Marburg von einer Spezialeinheit des Zollkriminalamts überführt worden.

Bei dem 31-Jährigen stellten die Ermittler noch andere Waffen sicher. Er habe in einer ersten Vernehmung auf eine in einem Waldstück an einer Autobahn bei Köln vergrabene Kiste hingewiesen, sagte Alexander Badle von der Generalstaatsanwaltschaft.

Zunächst war von einer Verkehrsinsel die Rede. Diese Angabe korrigierten die Ermittler jedoch später. In der Kiste seien eine Maschinenpistole, vier halbautomatische Pistolen und Munition gefunden worden.

Die Pistole, die der 31-Jährige bei seiner Festnahme auf einem Parkplatz bei sich trug, war illegal. Der arbeitslose Verkäufer habe nach ersten Erkenntnissen seinen Lebensunterhalt mit den illegalen Waffengeschäften finanziert, teilten die Ermittler mit. Zu einem möglichen Strafmass äusserten sie sich mit Blick auf die laufenden Ermittlungen zu dem Amoklauf in München nicht.

Lebensgefährtin wieder frei

Ausgangspunkt für das Ergreifen des mutmasslichen Waffenlieferanten waren Ermittlungen gegen einen 62-jährigen Buchhalter aus Nordrhein-Westfalen und einen 17-jährigen Schüler aus Nordhessen, die beide in Verdacht stehen, bei dem Marburger Schusswaffen und Munition erworben zu haben.

Gegen die gleichaltrige Lebensgefährtin des Beschuldigten werde wegen Beihilfe zum Verstoss gegen das Waffengesetz ermittelt, sagte Badle. Die Frau war am Dienstag ebenfalls festgenommen worden, sei aber wieder auf freiem Fuss. Es habe keine konkreten Anhaltspunkte gegeben, dass sie unmittelbar in das Waffengeschäft eingebunden war.

Der illegale Handel mit scharfen Waffen verlagert sich nach Einschätzung der Ermittler zunehmend ins Internet. Die Täter glaubten, dort im Darknet anonym tätig sein zu können, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, Günter Wittig. «Der Erfolg am heutigen Tag zeigt jedoch, dass es nicht so ist.»

4350 Euro für Waffe gezahlt

Der Amokläufer von München hat den Angaben zufolge für die Schusswaffe und Munition insgesamt 4350 Euro gezahlt. Dies sei aus den Ermittlungen gegen den Mann hervorgegangen, der am Dienstag in Marburg gefasst worden war.

Mit der Waffe hatte der 18-Jährige im Juli neun Menschen erschossen und sich selbst getötet. 36 Menschen wurden bei dem Amoklauf in einem Einkaufszentrum verletzt. Inzwischen ist den Angaben zufolge niemand von ihnen mehr im Krankenhaus.

Der Amokschütze hätte nach den tödlichen Schüssen weitere Menschen umbringen können. «Aber offensichtlich wollte er niemanden mehr töten», sagte ein Sprecher des bayerischen Landeskriminalamts (LKA) am Mittwoch.

Den Ermittlungen zufolge war der 18-Jährige am Tatabend unter anderem in ein Wohnhaus gegangen und hatte dort im Treppenhaus mehrere Bewohner getroffen. «Es hätte mehr Opfer geben können», sagte der Sprecher. Der Schütze habe seine Waffe zu dem Zeitpunkt jedoch nicht mehr in der Hand gehabt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch