Polizei nimmt Lenker nach waghalsigem Überholmanöver fest

Der Tourist hat letzte Woche auf der A8 im Kanton Bern sich und andere Automobilisten in Gefahr gebracht. Der 28-Jährige ist geständig.

Eine Privatperson hatte den Verkehrsrowdy gefilmt. (Quelle: Facebook/Björn Zern)


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Letzte Woche kursierte nicht nur in den sozialen Medien die Videoaufnahme eines mehr als waghalsigen Überholmanövers auf der A8 am Thunersee. Ein weisser Mercedes drängelte sich trotz Gegenverkehrs an einer Fahrzeugkolonne vorbei – wohlgemerkt auf einer zweispurigen Strasse mit Sicherheitslinie.

Der Vorfall hatte sich am vergangenen Donnerstag ereignet. Wie die Kantonspolizei Bern nun mitteilt, konnte sie das gesuchte Fahrzeug – ein Mietauto mit Schweizer Kennzeichen – ausfindig machen und den mutmasslichen Lenker identifizieren. Der Beschuldigte hat gestanden, zum besagten Zeitpunkt am Steuer des Wagens gesessen zu sein, und wurde vorläufig festgenommen. Bei dem Autofahrer handelt es sich um einen 28-jährigen Touristen aus Saudiarabien, wie ein Sprecher der Kantonspolizei Bern ausführt.

Die Justiz ermittelt

Gemäss dem Schweizer Strassenverkehrsgesetz muss ein Autofahrer, der «durch vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingeht» mit einer «Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren» rechnen.

Inwiefern dieser Artikel auf einen ausländischen Staatsangehörigen angewandt werden könnte, ist unklar: Da die Ermittlungen – geleitet werden sie von der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland – noch laufen, sei es zu früh, um über die weiteren Massnahmen zu sprechen, heisst es bei der Kapo. Es stehe aber fest, dass der Mann angezeigt wird, das Strafmass sei dann Sache der Justiz.

(mb)

Erstellt: 23.07.2019, 17:37 Uhr

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Fahrausweisentzug bei Touristen

Ein Entzug des Führerausweises kann bei schwereren Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz zu Handen der Administrativbehörde – in der Schweiz die zuständigen Strassenverkehrsämter – verordnet werden. Bei ausländischen Touristen greift dieses Vorgehen in der Regel nicht, es sei denn, sie hielten sich über längere Zeit in der Schweiz auf. In den anderen Fällen müsste die Administrativbehörde des jeweiligen Heimatlandes eingreifen, worauf die hiesigen Behörden jedoch wenig Einfluss haben.

Anders die Situation bei der vorübergehenden Sicherstellung eines Führerausweises: Wenn zum Beispiel ein Tourist nicht mehr fahrtüchtig ist und er von niemandem begleitet wird, der die Weiterfahrt übernehmen könnte, kann die Polizei den Führerschein direkt sicherstellen, bis die Fahrtüchtigkeit wieder gewährleistet ist. (mb)

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