Mutmasslicher Attentäter von Lyon legt Geständnis ab

Fünf Tage nach der Explosion in der Rhône-Stadt hat der Hauptverdächtige den Bau eines Sprengsatzes eingeräumt.

Die französische Polizei kann erste Erfolge bei ihren Ermittlungen vorweisen. (26. Mai 2019)

Die französische Polizei kann erste Erfolge bei ihren Ermittlungen vorweisen. (26. Mai 2019) Bild: Alex Martin/Keystone

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Bei der Explosion einer Paketbombe in der Altstadt von Lyon waren am Freitag 13 Menschen leicht verletzt worden. Nach der Detonation in Lyon konnten die französischen Behörden erste Verhaftungen melden. Als mutmasslicher Haupttäter gilt nach Angaben der Stadtverwaltung und der Staatsanwaltschaft ein 24-Jähriger Student, der algerischer Staatsbürger ist.

Die Polizei nahm zudem noch einen zweiten jungen Mann und eine Frau in Gewahrsam. Bei der Detonation einer Paketbombe vor einer Bäckerei waren am Freitag 13 Menschen leicht verletzt worden.

Bei dem mutmasslichen Täter soll es sich um einen Informatikstudenten handeln, bei dem zweiten Verdächtigen um einen volljährigen Gymnasiasten aus seinem familiären Umfeld. Nach Angaben des Bürgermeisters von Lyon, Gérard Collomb, nahm die Polizei den Studenten am Montagmorgen an einer Bushaltestelle fest. Widerstand leistete er demnach nicht.

Angaben zum Hintergrund und zum möglichen Motiv des mutmasslichen Täters machten die Behörden nicht. Die Ermittler hatten ihn beschattet, da sie in seiner Wohnung Sprengstoff vermuteten. Der Mann war dem Vernehmen nach zuvor nicht durch andere Taten aufgefallen.

Wichtige DNA-Spur

Innenminister Christophe Castaner dankte den Ermittlern – darunter auch dem Inlandsgeheimdienst DGSI – im Onlinedienst Twitter für ihre Arbeit. Sie hatten auf der detonierten Tasche eine DNA-Spur gefunden. Ob diese von dem Täter stammt, ist noch nicht abschliessend geklärt.

Der Täter soll die mit Schrauben und Metallkugeln gefüllte Tasche am Freitagabend in einer Fussgängerzone in der Altstadt von Lyon deponiert haben. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen versuchten Mordes im Zusammenhang mit einer Terrortat ein.

Viele Hinweise aus der Bevölkerung

Die Ermittler vermuten, dass der Täter kleine Mengen des Sprengstoffs TATP verwendete. Die hochexplosive Substanz wird häufig von Jihadisten eingesetzt, etwa bei den Pariser Anschlägen im November 2015 mit 130 Toten. Zu der Explosion von Lyon hat sich bisher jedoch niemand bekannt.

Die Polizei hatte nach der Tat ein Fahndungsfoto des Hauptverdächtigen veröffentlicht, das von einer Überwachungskamera kurz vor der Explosion aufgenommen worden war. Der Mann auf einem schwarzen Mountainbike wurde zum Zeitpunkt der Detonation in der Nähe des Tatorts beobachtet und trug einen dunklen Rucksack bei sich. Die Polizei beschrieb ihn als «gefährlich». Nach Angaben eines Ermittlers gingen daraufhin mehr als 250 Hinweise aus der Bevölkerung ein. (fal/step/afp/sda)

Erstellt: 27.05.2019, 13:36 Uhr

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