Polizei verhaftet falschen Mann bei Fahndung nach Familienmörder

In Nantes wurden 2011 die Leichen einer Frau und ihrer 4 Kinder gefunden. Der Vater ist seither auf der Flucht. Nun wurde ein Mann festgenommen – allerdings der falsche.

Seit der Schreckenstat ist der 58-Jährige auf der Flucht: Grossfahndung in Roquebrune-sur-Argens im Juni 2011. (Reuters/Jean-Paul Pelissier)

Seit der Schreckenstat ist der 58-Jährige auf der Flucht: Grossfahndung in Roquebrune-sur-Argens im Juni 2011. (Reuters/Jean-Paul Pelissier)

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Xavier Dupont de Ligonnes soll 2011 seine 48-jährige Frau und die vier Kinder im Alter von 13 bis 21 Jahren im französischen Nantes erschossen haben. Die Polizei fand die fünf Leichen vergraben unter der Terrasse seines Hauses in Nantes. Der 58-jährige Geschäftsmann Dupont de Ligonnes ist seither auf der Flucht.

Vor wenigen Tagen kam nun Bewegung in den Fall. Wie 20 Minuten schreibt, meldete die französische Polizei am Freitag die sensationelle Festnahme des gesuchten Mannes in Schottland. Er wurde nach Angaben aus französischen Polizeikreisen aus Paris kommend am Flughafen Glasgow gefasst, nachdem die Ermittler einen anonymen Tipp erhalten hatten. Seine Fingerabdrücke stimmten demnach mit denen des Verdächtigen überein.

Polizei nahm falschen Mann fest

Danach tauchten aber rasch Zweifel an der Identität des in Glasgow Festgenommenen auf. Französische Ermittler reisten am Samstag nach Schottland, um die Identität zu überprüfen, wie die zuständige Staatsanwaltschaft in der westfranzösischen Stadt Nantes mitteilte.

Das Ergebnis: Die schottische Polizei hat den falschen Mann festgenommen. Aus französischen Ermittlerkreisen hiess es am Samstag, der in Glasgow gefasste Mann sei nicht der seit über acht Jahren Gesuchte.

Der Festgenommene war mit einem Easyjet-Flug von Paris nach Glasgow gereist. Es handelt sich um einen 69-jährigen ehemaligen Angestellten von Renault. Seine Fingerabdrücke stimmten teilweise mit denen Dupont de Ligonnes' überein, berichtet die schottische Zeitung «Daily Record». Eine spätere Untersuchung ergab jedoch, dass es nicht dieselben sind.

Die Verwechslung rückt die schottische Polizei nicht unbedingt ins beste Licht. Entsprechend verärgert ist man in Glasgow. Man habe lediglich auf das Gesuch der französischen Behörden reagiert, heisst es dort laut dem «Daily Record». Dass die schottische Polizei nun als Buhmann dastehe, verärgere die Beamten. Die französischen Behörden beharren jedoch weiter darauf, dass der Fehler in Schottland passierte. Dort wurde nun auch eine interne Untersuchung eingeleitet.

Dupont de Ligonnes soll 2015 Brief geschrieben haben

Der fälschlicherweise Festgenommene ist ebenfalls wenig begeistert von der Aktion – zumal auch sein Zuhause in Schottland von der Polizei durchsucht worden war. Er wurde nach 24 Stunden in Haft wieder freigelassen.

Das letzte Lebenszeichen von Dupont de Ligonnes stammt übrigens aus dem Jahr 2015. Damals erhielt die französische Nachrichtenagentur einen Brief, der von ihm unterzeichnet war. Darin stand: «Ich lebe noch, seit damals und bis zu dieser Stunde.» Zu dieser Zeit gab es Gerüchte, dass sich Dupont de Ligonnes das Leben genommen haben soll.

Erstellt: 13.10.2019, 20:37 Uhr

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