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Dealer schiesst Polizist bei Razzia in den Kopf

In Kopenhagen wurden zwei Polizisten angeschossen und ein Zivilist verletzt. Stunden nach der Tat wurde der Täter gefasst. Auch er wurde schwer verletzt.

Einsatzkräfte sichern das Gebiet um die Freistadt Christiania ab. (1. September 2016)
Einsatzkräfte sichern das Gebiet um die Freistadt Christiania ab. (1. September 2016)
Scanpix Denmark, AFP
Zeugenbefragung im Kopenhagener Problemviertel: Zuvor hatte ein Mann auf zwei Polizisten geschossen, als diese ihn festnehmen wollten.
Zeugenbefragung im Kopenhagener Problemviertel: Zuvor hatte ein Mann auf zwei Polizisten geschossen, als diese ihn festnehmen wollten.
Jens Noergaard, Keystone
Ein Polizist erlitt einen Kopfschuss, ein zweiter traf ein Schuss am Oberschenkel. Auch ein Passant wurde am Bein getroffen.
Ein Polizist erlitt einen Kopfschuss, ein zweiter traf ein Schuss am Oberschenkel. Auch ein Passant wurde am Bein getroffen.
Jens Noergaard, AFP
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In der berüchtigten Kopenhagener Hippie-Kolonie Christiania hat ein Mann zwei Polizisten und einen Besucher durch Schüsse verletzt. Eine Kugel traf in der Nacht auf heute einen der Beamten in den Kopf. Er schwebte am Mittag noch in Lebensgefahr.

Ein zweiter Polizist sowie ein ausländischer Besucher wurden am Bein getroffen. Am frühen Morgen nahmen die Ermittler einen Verdächtigen an einer Adresse im Süden der Stadt fest. Als dieser flüchten wollte, kam es zu einem Schusswechsel, bei dem der junge Mann verletzt wurde. Sein Zustand ist nach Polizeiangaben kritisch.

Ermittler der Spezialeinheit, die gegen den Haschisch-Verkauf in der sogenannten Pusherstreet im Freistaat vorgehen, hätten den polizeibekannten 25-Jährigen seit Tagen beobachtet, hiess es. Er soll in der Szene dafür verantwortlich gewesen sein, die Tageseinnahmen verschwinden zu lassen.

In der Nacht sei er auf dem Velo unterwegs gewesen, als die Polizei ihn festnehmen wollte. «Er hat sich freigerissen», sagte ein Polizeisprecher vor Journalisten. Dann habe er plötzlich eine Pistole gezogen und Schüsse abgefeuert.

Krisentreffen einberufen

Drogenhandel und Gewalt sind ein grosses Problem in der Hippie-Kolonie. Nach dem Vorfall in der Nacht wollten sich die Bewohner von Christiania am Abend zu einem Krisentreffen versammeln. «Wir haben ein Treffen einberufen, weil wir hier draussen ein Grundgesetz haben, das besagt, dass Gewalt, Waffen und harte Drogen verboten sind. Das ist ein Grund für einen Rausschmiss und etwas, das unsere ganze Gemeinschaft betrifft», sagte Bewohnerin Kirsten Larsen der Nachrichtenagentur Ritzau.

Der Chef der dänischen Reichspolizei verurteilte den Angriff als «stumpf». «Was wir in Christiania erlebt haben, ist ein Angriff auf alle Polizisten, die jeden Tag zur Arbeit erscheinen, um ihrem Job nachzugehen», sagte Jens Henrik Højbjerg laut einer Mitteilung. «Das ist eine sinnlose, gewalttätige Entwicklung, die völlig inakzeptabel ist.»

SDA/nag

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