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Prinzessin flüchtet auf Jetski

Die Tochter des Emirs von Dubai will nichts wie weg.

In einem 40-minütigen Video erhebt Sheikha Latifa schwere Vorwürfe gegen ihren Vater. Foto: Screenshot Youtube/ Escape from Dubai
In einem 40-minütigen Video erhebt Sheikha Latifa schwere Vorwürfe gegen ihren Vater. Foto: Screenshot Youtube/ Escape from Dubai

Die Geschichte hat alles, was ein nahöstlicher Thriller haben muss: eine Prinzessin, eingesperrt in einem pompösen Palast, einen mächtigen Vater und schliesslich eine waghalsige Flucht aus dem sprichwörtlich goldenen Käfig. Diese Geschichte soll sich gerade in den Vereinigten Arabischen Emiraten zugetragen haben.

Die Prinzessin, um die es geht, ist die 32-jährige Sheikha Latifa, die Tochter des Emirs von Dubai, Mohammed bin Rashid al-Maktoum und seiner algerischstämmigen Frau Huriyah Ahmed Alimarah. Latifa ist eines von mehreren Dutzend Kindern des Premiers der Vereinigten Arabischen Emirate, der mehrere Ehefrauen hat.

In einem 40-minütigen Video erhebt Latifa nun schwere Vorwürfe gegen ihren Vater. Sie beschreibt ihr Leben als Tochter eines der mächtigsten Männer der Welt als Qual: Sie durfte weder reisen noch studieren oder ein Handy besitzen.

Ihr erster Fluchtversuch mit 16 Jahren scheiterte. Sie soll daraufhin verhaftet, geschlagen und mit Drogen ruhiggestellt worden sein, wie sie im Video erzählt. 16 Jahre später wagt sie nun den zweiten Fluchtversuch – doch zuvor nehme sie dieses Video auf, um im Fall einer misslungenen Flucht auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen.

«Wenn ihr das Video seht, bedeutet das nichts Gutes für mich», sagt sie. Das Video kursiert mittlerweile im Internet. Latifa hat die Flucht gewagt. Sie soll mit einem Jetski nach Oman übergesetzt sein, von dort weiter ins indische Goa – doch die Jacht wurde auf offenem Meer gestoppt. Ihr Plan, in die USA zu fliehen, um politisches Asyl zu beantragen, ist gescheitert.

Doch ist der Thriller damit nicht zu Ende, er hat womöglich auch eine politische Seite: Denn Latifas Flucht findet vor dem Hintergrund eines Medienkriegs zwischen Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Zusammen mit Saudiarabien brachen die Emirate im vergangenen Juni die diplomatischen Beziehungen zu Katar ab. Seitdem werden von beiden Seiten Falschmeldungen über die Nachbarn verbreitet.

Millionen Dollar sollen für PR-Kampagnen und Lobbyisten ausgegeben worden sein. Und so vermuten regierungsnahe Kreise in Dubai nun, dass Katar ein Interesse daran habe, die Geschichte der Prinzessin zu kolportieren, um dem Ruf des Touristenmagneten zu schaden.

«Detained in Dubai», eine Anwaltskanzlei mit Sitz in London, die mitunter für eine NGO gehalten wird, veröffentlichte das Video von Latifa und fordert in einer Social-Media-Kampagne ihre Freilassung. «Detained in Dubai» steht den Emiraten seit Jahren kritisch gegenüber. Doch auch internationale Hilfsorganisationen klagen über massive Menschenrechtsverletzungen in dem Land, das gegen Kritiker der absolut herrschenden Monarchen rigoros vorgeht. Regierungsnahe Kreise liessen inzwischen verlauten, Latifa sei zurück in Dubai.

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