Zum Hauptinhalt springen

«Prostitution ist nicht mein Ding»

Dominique Strauss-Kahn gibt in einer neuen Biografie seine Sicht der Geschehnisse wieder. Das Verhalten des Zimmermädchens im Sofitel sah er als Einladung zu Sex an.

Tiefer Fall: Dominique Strauss-Kahn verlässt ein Gebäude der französischen Polizei am 29. September 2011.
Tiefer Fall: Dominique Strauss-Kahn verlässt ein Gebäude der französischen Polizei am 29. September 2011.

In einem Buch, das heute in den Handel kommt, erzählt der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn erstmals, was aus seiner Sicht am 14. Mai 2011 im Zimmer 2806 des Sofitel in New York geschah. Die Zeitschrift «Paris Match» veröffentlichte in ihrer Print-Ausgabe einen Vorabdruck, über den «Spiegel online» berichtet.

In Rechercheinterviews erzählte DSK dem Biografen Michel Taubmann seine Sicht der Dinge. Das Zimmermädchen Nafiassatou Diallo, das ihn der Vergewaltigung bezichtigte, sei nicht überrascht gewesen, als er nackt aus dem Badezimmer kam. Sie habe sich zur Tür gewandt und ihn dabei angesehen, erzählt er. Er habe dies als Einladung verstanden zu einem «vorschnellen sexuellen Akt».

DSK gibt sich niedergeschlagen: «Nichts wäre passiert, wenn ich diese Beziehung nicht eingegangen wäre. Damit habe ich die Tür zu allen andern Affären aufgemacht.» Strauss-Kahn gibt in dem Buch zu, an Sex-Partys teilgenommen zu haben. Dass die Damen, die dabei waren, Prostituierte waren, habe er nicht gemerkt. «Prostitution und Zuhälterei ist nicht mein Ding.»

Mysteriöse Begleitung

Vor zwei Tagen sagte einer der Anwälte von Diallo, dass Dominique Strauss-Kahn am Tag seiner Festnahme Mitte Mai in New York in Begleitung einer blonden Frau gewesen sein soll.

Die blonde Frau sei auf den Überwachungsvideos des Luxushotels Sofitel zu sehen, sagte Anwalt Douglas Wigdor. Er wolle die Frau, deren Identität er nicht kenne, im laufenden Zivilverfahren gegen den Ex-IWF-Chef befragen.

Es müsse einen Grund dafür geben, dass Strauss-Kahn nicht gewollt habe, dass er mit der Frau gesehen werde, sagte Wigdor. Den Überwachungsaufnahmen des Hotels vom 14. Mai zufolge fuhr um 13.47 Uhr Ortszeit zunächst eine schwarze Limousine vor, zur gleichen Zeit betrat Strauss-Kahn demnach das Hotel.

Journalist spricht von Komplott

20 Sekunden später folgte die blonde Frau. Nach einem Gespräch an der Rezeption begab sich Strauss-Kahn zu den Aufzügen und hielt die Tür für die Frau auf, die sich zuvor abseits gehalten hatte. Sie verliess das Hotel gemäss den Aufnahmen gegen 16 Uhr. Die Richtigkeit der Aufnahmen konnte zunächst nicht überprüft werden.

Die Erwähnung der blonden Frau erfolgte nur wenige Tage nach der Veröffentlichung eines Artikels in der «New York Review of Books», in dem der US-Journalist Edward Epstein ebenfalls Details zur Affäre beschrieb und erneut die These eines Komplotts aufwarf.

Der Artikel beschreibt unter anderem rund dreiminütige Videoaufnahmen des Hotels, in denen zwei Angestellte laut Epstein die Vergewaltigungsvorwürfe der Hotelangestellten feierten. Wigdor wies die Verschwörungstheorie als «völlig lächerlich» zurück.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch