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Rätseln über das Loch

Nach dem Einsturz eines ganzen Wohnblocks mitten in Guatemala City mutmassen die Behörden über die Ursachen. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Erde in der Stadt auftut. Sind marode Abwasserleitungen schuld?

Der Bürgermeister von Guatemala City ist besorgt. Nachdem mitten in seiner Stadt die Erde ein dreistöckiges Wohnhaus verschlungen hat, fürchtet Álvaro Arzú weitere ähnliche Vorfälle in seiner Stadt, wie er lokalen Medien sagte. Der Grund: Die Abwasserkanäle in diesem Teil der Stadt seien 36 Jahre alt und reparaturbedürftig.

«Es ist möglich, dass der Wasserdruck in 50 Meter Tiefe den Einsturz ausgelöst hat», so Arzú. Der Politiker erinnerte daran, dass sich bereits im Februar 2007 in einem anderen Quartier ein ähnliches Loch in der Erde auftat. Jetzt wird die nationale Katastrophenbehörde mit einem Radargerät den Untergrund nach möglichen Ursachen für den Einsturz absuchen. David Moterroso, Geologe bei der Katastrophenhilfe, relativierte Arzús Aussagen: Es sei noch viel zu früh, um zu beurteilen, was die Ursache für den Krater sei.

Zu klein für einen Sturm?

Bereits 2007 hatte eine Expertengruppe den damaligen Einsturz untersucht und den Grund dafür in der lecken Kanalisation vermutet, wie lokale Zeitungen schreiben. Bereits damals vermutete man Hohlräume zwischen den Abwasserkanälen und marode Leitungen als Ursache für den Vorfall. «Es wird empfohlen, das Fassungsvermögen der Leitungen im Fall eines Sturms zu prüfen», hiess es laut den Zeitungen «El Hora» und «Siglo 21» im Expertenbericht. Geschehen sei nichts.

Geologen weltweit haben bereits die Vermutung geäussert, die runde Form des Kraters deute darauf hin, dass sich dort eine Höhle befunden habe. In dem 20 Meter breiten und etwa 30 Meter tiefen Loch war während des Sturms am Sonntag eine Kleiderfabrik versunken.

Keiner der Arbeiter aus der Kleiderfabrik wurde getötet. Sie hätten eine Stunde vor dem Einsturz am Sonntagabend Feierabend gemacht, erklärten sie. Und wegen des Sturms war auch der Nachtwächter heimgegangen, um sein Haus gegen das Unwetter zu schützen. Am Sonntag zog der Tropensturm Agatha über die mittelamerikanischen Länder Guatemala, Honduras und El Salvador hinweg. Durch Erdrutsche und Überschwemmungen kamen dabei mindestens 180 Menschen ums Leben, weitere 100 wurden noch vermisst.

ddp/oku

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