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Raser aus Untersuchungshaft entlassen

Zwei Angeklagte im Raserprozess von Schönenwerd werden heute freigelassen. Das Gericht lehnt es ab, für die beiden eine Sicherheitshaft anzuordnen.

Erstinstanzliche Strafe von fünf Jahren und acht Monaten Gefängnis: Nekti T. (hinten im Auto) nach der Urteilseröffnung am Amtsgericht Olten-Gösgen im Oktober 2010.
Erstinstanzliche Strafe von fünf Jahren und acht Monaten Gefängnis: Nekti T. (hinten im Auto) nach der Urteilseröffnung am Amtsgericht Olten-Gösgen im Oktober 2010.
Keystone
Pierino Orfei, der Gerichtsvorsitzende im erstinstanzlichen Prozess am Amtsgericht Olten-Gösgen.
Pierino Orfei, der Gerichtsvorsitzende im erstinstanzlichen Prozess am Amtsgericht Olten-Gösgen.
Keystone
Wegen vorsätzlicher Tötung hatte Staatsanwalt Rolf von Felten Gefängnisstrafen von bis zu acht Jahren gefordert.
Wegen vorsätzlicher Tötung hatte Staatsanwalt Rolf von Felten Gefängnisstrafen von bis zu acht Jahren gefordert.
Keystone
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Zwei Angeklagte im Prozess wegen des tödlichen Raserunfalls von Schönenwerd SO müssen aus der Untersuchungshaft entlassen werden. Das kantonale Haftgericht lehnte es am Freitag ab, für die beiden Sicherheitshaft anzuordnen.

Damit blitzte die Solothurner Staatsanwaltschaft mit ihren Anträgen ab. Die Begründung des Haftgerichtes liege ihm noch nicht vor, sagte der für den Raserprozess zuständige Staatsanwalt Rolf von Felten auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Einer der beiden 20-Jährigen, Vedran B. war am 25. September festgenommen worden, weil er während des laufenden Verfahrens ohne Führerausweis Auto gefahren sein soll. Eine Frau hatte gegenüber der Polizei angegeben, B. am 26. August am Bahnhof Schönenwerd am Steuer eines gelben Fiat Punto gesehen zu haben. Der Verteidiger nannte heute in einer Medienmitteilung die Argumente, auf deren Basis er eine Freilassung seines Mandanten verlangt hatte.

Kein Fiat Punto in Sicht

So hätte von neun Befragten keiner bestätigt, dass B. tatsächlich an jenem Augusttag am Bahnhof Schönenwerd im Auto gesehen worden sei. Ausserdem sei unklar, wo der gelbe Fiat Punto herkommen solle. B. habe zwar früher einen Punto besessen, diesen aber schon vor längerer Zeit an seinen Bruder verkauft, der den Wagen unter einer Wechselnummer eingelöst habe. An dem betreffenden Tag sei die Wechselnummer an einem anderen Auto montiert gewesen, mit dem der Bruder bei der Arbeit gewesen sei.

Ein weiteres Hauptargument des Verteidigers ist psychologisch: Er weist darauf hin, dass B., der ja schliesslich unter starker öffentlicher Beobachtung stehe, sicher nicht in seinem Heimatort und für jeden ersichtlich in ein Auto steigen würde. «Wer sich in der beschriebenen Lage befindet, von welcher der Beschuldigte auch Ende August 2010 betroffen war, tut vernünftigerweise genau das nicht, was dem Beschuldigten nun vorgeworfen wird. (...) Der Beschuldigte ist kein Masochist und legt es nicht darauf an, als landesweit an den Pranger gestellter Straftäter dazustehen und eine möglichst lange Freiheitsstrafe zu erhalten.»

Urteil am Mittwoch

Das Amtsgericht Olten-Gösgen wird im Fall Schönenwerd die Urteile gegen die drei Autoraser am Mittwoch kommender Woche eröffnen. Die Staatsanwaltschaft fordert für den Hauptangeklagten wegen vorsätzlicher Tötung eine Freiheitsstrafe von acht Jahren.

Für die zwei weiteren 20-Jährigen verlangt die Staatsanwaltschaft ebenfalls wegen vorsätzlicher Tötung eine Freiheitsstrafe von je sieben Jahren. Die Verteidigung will für den Hauptangeklagten eine bedingte Freiheitsstrafe von 12 Monaten, für die beiden anderen Männer Freisprüche.

Beim Raserunfall in der Nacht auf den 8. November 2008 war eine 21-jährige Schweizerin ums Leben gekommen. Sie sass auf dem Rücksitz eines korrekt fahrenden Autos, in welches das vorderste der drei Raserautos hineinfuhr. Ein heute 61-jähriger Mann und seine 64- jährige Ehefrau wurden verletzt.

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