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Rassist an Bord – Ryanair in der Kritik

Ein Brite beleidigt auf einem Ryanair-Flug eine schwarze Frau und will, dass sie sich wegsetzt. Das Personal erfüllt ihm seinen Wunsch.

Vor dem Abflug von Barcelona nach London hat ein Mann eine schwarze Frau auf heftige Weise beleidigt – er wurde aber nicht rausgeschmissen. (Bild: AFP)
Vor dem Abflug von Barcelona nach London hat ein Mann eine schwarze Frau auf heftige Weise beleidigt – er wurde aber nicht rausgeschmissen. (Bild: AFP)

Die irische Billigfluglinie Ryanair ist wegen eines rassistischen Vorfalls an Bord in die Kritik geraten. Videoaufnahmen zeigen einen männlichen Passagier, der seine schwarze Sitznachbarin heftig beleidigt, während die Maschine sich noch am Boden befindet. Der Vorfall soll sich auf einem Flug von Barcelona nach London-Stansted ereignet haben. Der Fluglinie wird von Passagieren vorgeworfen, den Mann nicht aus dem Flugzeug entfernt zu haben.

Auf dem Video, das ein Passagier gefilmt hat, ist zu sehen, wie sich der Mann zunächst hitzig mit der Tochter der Frau streitet. Der Mann fordert, dass sich die Mutter von ihm wegsetzt. Die Tochter protestiert dagegen. Ein Crew-Mitglied versucht, den Streit zu schlichten, was allerdings nicht gelingt. Nach dem Streit mit der Tochter fängt der Mann an, die Mutter, die augenscheinlich ruhig dasitzt, rassistisch zu beleidigen. «Er sprach über ihre Rasse, sagte all diese abwertenden Dinge. Ich konnte es nicht glauben», sagte Fluggast David Lawrence der Financial Times.

Der Mann darf sitzen bleiben

«Die Besatzung war jung», sagt Lawrence, der die Situation gefilmt hat. «Der Mann hat sie einfach übertönt.» Er habe damit gerechnet, dass die Fluglinie etwas gegen den Mann unternimmt, beispielsweise die Polizei zu rufen. Aber es sei nichts passiert. Auf dem Video ist zu sehen, dass ein Crew-Mitglied die Frau an einen anderen Platz setzt. Der Mann, der sie beleidigt hat, darf an seinem Platz bleiben und beruhigt sich schliesslich.

Ryanair hat den Vorgang nach eigenen Angaben an die zuständige Polizeibehörde weitergegeben. Zu dem Vorfall und dem Umgang damit, wollte sich das Unternehmen nicht weiter äussern. Es verweist auf die laufenden Ermittlungen.

Für die Fluglinie, die regelmässig wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik steht, ist es der nächste Vorfall mit potenziellem Imageschaden. Das Unternehmen, das lange ausschliesslich mit seinen billigen Tarifen warb, hat sich in einer gleichnamigen Kampagne vorgenommen, «immer besser» zu werden und damit mehr Kundenzufriedenheit zu erreichen. Der aktuelle Vorfall dürfte nicht dazu beitragen.

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