Zum Hauptinhalt springen

Rechtspopulist Wilders entgeht in Texas einem Anschlag

Auf eine Ausstellung von Mohammed-Karikaturen in der Nähe von Dallas wurden Schüsse abgegeben. Die Polizei tötete die Angreifer. Der niederländische Parlamentarier Geert Wilders hielt zuvor eine Rede.

Das IS-Mitglied Mohamed Abdullahi Hassan soll mit einem der Angreifer von Texas in Kontakt gestanden sein.
Das IS-Mitglied Mohamed Abdullahi Hassan soll mit einem der Angreifer von Texas in Kontakt gestanden sein.
Keystone
Spurensicherung nach Anschlagversuch im texanischen Garland: Ermittler untersuchen die Stelle, wo zwei Täter von der Polizei erschossen wurden. (4. Mai 2015)
Spurensicherung nach Anschlagversuch im texanischen Garland: Ermittler untersuchen die Stelle, wo zwei Täter von der Polizei erschossen wurden. (4. Mai 2015)
Brandon Wade, Keystone
Der niederländische Parlamentarier Geert Wilders spricht während der Mohammed-Karikaturausstellung. (3. Mai 2015)
Der niederländische Parlamentarier Geert Wilders spricht während der Mohammed-Karikaturausstellung. (3. Mai 2015)
Reuters
1 / 16

Zwei bewaffnete Männer haben vor dem Veranstaltungsort eines provokativen Wettbewerbs für Karikaturen über den Propheten Mohammed in Texas auf einen Sicherheitsbeamten gefeuert. Die beiden Tatverdächtigen seien daraufhin von der Polizei erschossen worden, teilte die Stadt mit.

Wie die Stadtverwaltung von Garland auf Facebook mitteilte, waren die zwei Männer mit einem Auto zum Curtis Culwell Center gefahren, wo die Karikaturen-Veranstaltung stattfand.

Anschlag auf islamkritische Ausstellung: Zwei Angreifer sind laut Behörden von der Polizei getötet worden. Video: Reuters (4. Mai 2015)

Dort hätten sie das Feuer auf einen städtischen Sicherheitsbeamten eröffnet. Seine Verletzung sei nicht lebensgefährlich, er wurde im Spital behandelt. Garland ist ein nördlicher Vorort von Dallas.

Bombe in Fahrzeug vermutet

«Die Polizei vermutet, dass sich im Fahrzeug explosives Material befindet, das Bombenentschärfungsteam ist am Tatort», heisst es in der Mitteilung. Die Umgebung wurde abgesperrt.

Die in New York ansässige American Freedom Defense Initiative war Gastgeber des Wettbewerbs. Der Gewinner mit der besten Mohammed-Karikatur sollte mit 10'000 Dollar ausgezeichnet werden. Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hielt während der Veranstaltung eine Rede und überreichte dem Gewinner einen Siegercheck.

In einer Mitteilung beim Kurznachrichtendienst Twitter sprach er von Schüssen in dem Veranstaltungszentrum. «Ich habe gerade das Gebäude verlassen, nachdem ich gesprochen habe», schrieb er.

In einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP schrieb Wilders, er sei «schockiert» über den Vorfall. «Das ist ein Angriff auf uns alle», schrieb der für seine islamfeindlichen Äusserungen bekannte niederländische Politiker.

Mögliches Bekennerschreiben

Viele Muslime sehen in Mohammed-Zeichnungen eine Beleidigung des Islam, jegliche körperliche Darstellung des Propheten gilt als Blasphemie. Karikaturen dieser Art schürten rund um die Welt häufiger Gewalt. Im Januar griffen Terroristen die Redaktion des französischen Satiremagazins «Charlie Hebdo» an und töteten dort zwölf Menschen.

Eine Mitteilung des Twitter-Nutzers «Shariah is Light» wird von der Verifizierungsplattform Storyful als mögliches Bekennerschreiben eingestuft, da er sich bereits im Vorfeld kritisch über die Ausstellung geäussert hat:

Rund 20 Schüsse

Der Augenzeuge Johnny Roby sagte der AP, er sei vor dem Gebäude gewesen, als er plötzlich rund 20 Schüsse gehört habe. Diese seien aus der Richtung eines vorbeifahrenden Autos gekommen. Dann habe er zwei weitere einzelne Schüsse gehört. Polizisten hätten Anweisungen gerufen. Dann sei er ins Gebäude geschickt worden, sagte Roby.

Rund 75 Zuschauer, darunter auch ein Reporter der Nachrichtenagentur AP, wurden in einen anderen Raum gebracht. Sie sollten im Laufe des Abends in einer nahegelegenen High School unterkommen. 48 wurden bislang zu einem Schulbus eskortiert, der sie zu der Schule bringen sollte.

2 officers shot at AFDI event. Prayers please for these two officers.Posted by Dom the Conservative on Sunday, 3 May 2015

(Video: Facebook/Dom the Conservative)

Am Sonntagabend sagte die Präsidentin der Organisatoren, Pamela Geller, die Schüsse zeigten, wie «erforderlich unsere Veranstaltung wirklich gewesen ist». Zuvor hatte sie der Nachrichtenagentur AP berichtet, die Veranstaltung sei dafür gedacht, als Reaktion auf die Empörung und die Gewalt wegen Mohammed-Karikaturen für Meinungsfreiheit einzutreten.

Die Organisation American Freedom Defense Initiative war bereits in der Vergangenheit mit antiislamischen Aktionen aufgefallen. Bekannt wurde die New Yorker Gruppe etwa mit einer Kampagne gegen den Bau eines islamischen Zentrums in der Nähe des World Trade Center und dem Kauf von Werbeflächen in US-Städten, auf denen der Islam kritisiert wird.

sda/AP/AFP/chk/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch