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Russen zwingen Greenpeace-Schiff in Hafen

Der russische Geheimdienst hat das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise mit Gewalt gestürmt. Jetzt soll es in den Hafen von Murmansk gebracht werden. An Bord ist auch der Schweizer Marco Weber.

Nach der Erstürmung eines Greenpeace-Schiffes in der Arktis haben russische Sicherheitskräfte die «Arctic Sunrise» zur Fahrt in die Hafenstadt Murmansk gezwungen. Die 27-köpfige Besatzung werde von bewaffneten Mitgliedern des Inlandsgeheimdienstes FSB bewacht. Dies sagte ein Sprecher der Umweltschutzorganisation am Freitag der Agentur Interfax. Der FSB ist für den Grenzschutz zuständig.

Die «Arctic Sunrise» hatte in der Petschorasee gegen geplante Ölbohrungen des russischen Staatskonzerns Gazprom protestiert. Daraufhin hatte der FSB das Schiff geentert und die Crew festgesetzt. Darunter der Schweizer Marco Weber.

Mit Waffen bedroht

«Alle Besatzungsmitglieder mussten auf dem Deck knien und wurden von Grenzsoldaten mit Waffen bedroht», sagt Greenpeace-Sprecher Yves Zenger gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Nach dem Vorfall am frühen Abend sei der Kontakt zur Crew abgebrochen. «Es befinden sich Aktivisten aus mindestens zehn verschiedenen Nationen an Bord.», sagt er. Gemäss Greenpeace umfasst die Crew mindestens 25 Leute.

Greenpeace kritisierte das Vorgehen als «Piraterie». Die «Arctic Sunrise» habe sich in internationalen Gewässern befunden. Der FSB bestätigte den Zwischenfall, machte aber zunächst keine Angaben zu den Gründen für die Erstürmung. Greenpeace wirft Russland vor, mit den geplanten Bohrungen das sensible Ökosystem der Arktis zu gefährden.

In Berlin begannen Greenpeace-Mitglieder eine Mahnwache, um die Freilassung der Umweltschützer zu fordern. Etwa 15 Aktivisten hätten sich vor der russischen Botschaft versammelt, sagte Greenpeace-Sprecher Björn Jettka der Nachrichtenagentur AFP.

sda/AFP/wid

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