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Satellitenbilder zeigen Jahrhundertflut in Russland

24'000 Menschen mussten im Osten Russlands wegen steigender Flusspegel in Sicherheit gebracht werden. Das Ausmass der Hochwasser ist auf Satellitenbildern deutlich zu erkennen.

Beeindruckender Vorher-Nachher-Vergleich: Satellitenbilder aus dem Jahr 2008 zeigen, wie das Ufergebiet des Amur-Flusses im August normalerweise aussieht ...
Beeindruckender Vorher-Nachher-Vergleich: Satellitenbilder aus dem Jahr 2008 zeigen, wie das Ufergebiet des Amur-Flusses im August normalerweise aussieht ...
Nasa Earth Observatory
... und wie die Gewässer nach den starken Regenfällen der letzten Wochen angeschwollen sind. (21. August 2013)
... und wie die Gewässer nach den starken Regenfällen der letzten Wochen angeschwollen sind. (21. August 2013)
Nasa Earth Observatory
Zwei Einwohner von Tengxian. (16. August 2013)
Zwei Einwohner von Tengxian. (16. August 2013)
AFP
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Wegen steigender Wasserpegel am Fluss Amur im Fernen Osten Russlands haben die Behörden tausende Menschen in Sicherheit gebracht. «Insgesamt wurden 23'640 Menschen in Sicherheit gebracht, darunter 7600 Kinder», zitierte die Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Freitag einen Sprecher des Katastrophenschutzministeriums. Von dem Hochwasser bedroht war auch die Grossstadt Chabarowsk mit rund 600'000 Einwohnern.

Das Hochwasser des Flusses Amur an der Grenze zu China hat bereits 134 Ortschaften überflutet und steigt weiter. Am Freitag stand der Pegel bei 7,18 Metern. Bis zum Abend werde ein Pegelstand von 7,25 bis 7,30 Metern erwartet, sagte ein Mitarbeiter des staatlichen Wetterdienstes, Juri Warakin, der Nachrichtenagentur AFP. Aufnahmen des Nasa-Satelliten Terra zeigen das Ausmass der Überschwemmungen: Beim Vergleich der Aufnahmen vom August 2008 mit aktuellen Bildern sind die angeschwollenen Gewässer deutlich zu erkennen.

Zehn Kilometer lange Schutzwälle

Bis zum 28. August werde der Pegel auf 7,80 Meter steigen, sagte Warakin. Laut dem Wetterdienst scheint auch ein weiterer Anstieg des Pegels auf 8,30 Meter bis Anfang September möglich. «Wenn die Behörden Schutzwände von acht Metern Höhe errichten, besteht das Risiko, dass sie nicht ausreichen», sagte Warakin.

In der Stadt Chabarowsk arbeiteten Helfer ununterbrochen an der Errichtung von Dämmen, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Es gebe bereits Schutzwälle auf einer Strecke von zehn Kilometern. Ein Bewohner berichtete im russischen Fernsehen von dem rasch steigenden Pegel: «Ich habe mir extra Gummistiefel gekauft, aber als ich zurückkam, nützten sie mir nichts mehr», sagte er.

Höchster Pegel seit 120 Jahren

Nach Angaben der russischen Wetterbehörde war der Pegel des Amur bei Chabarowsk seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1895 noch nie so hoch wie jetzt. Seit Ende Juli regnet es in der Region unaufhörlich. Neben dem Amur, der eine natürliche Grenze zu China bildet, sind weitere Flüsse über die Ufer getreten. In den überschwemmten Gebieten befinden sich 6500 Häuser mit 33'900 Bewohnern.

Die Wassermassen bedeuten auch einen grossen Schaden für die Landwirtschaft in der Region. Der russische Landwirtschaftsminister Nikolai Fedorow sagte laut russischen Nachrichtenagenturen bei einer Kabinettssitzung, bislang seien mehr als 667'000 Hektar Agrarfläche zerstört worden – fast die Hälfte der Anbaufläche in der Region. Der daraus entstehende Schaden belaufe sich auf zehn Milliarden Rubel (225 Millionen Euro). In der Gegend wird vor allem Soja angebaut.

AFP/fko

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