SBB entdecken Fehler bei der Zugsicherung

Zwei Züge erhielten eine Fahrerlaubnis, obwohl sie keine freie Fahrt hatten. Die Bahn hat Massnahmen ergriffen.

Ein Zug rast über das Schweizer Schienennetz. Foto: Alain Boillat

Ein Zug rast über das Schweizer Schienennetz. Foto: Alain Boillat

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In den vergangenen Monaten haben zwei Züge auf dem Schweizer Schienennetz fälschlicherweise eine Fahrerlaubnis erhalten, obwohl sie keine freie Fahrt hatten. Die SBB haben nach eigenen Angaben die Fehler bei der Zugsicherung selber entdeckt und Massnahmen ergriffen.

Im Fokus steht das European Train Control System (ETCS) Level 2. Bei diesem sind herkömmliche Aussensignale auf der Strecke nicht mehr nötig; der Lokführer sieht alle Signale auf einem Bildschirm.

ETCS funktioniert problemlos auf offenen Strecken. Sobald die Topografie abwechslungsreicher wird, wird es gemäss einem früheren Bericht aufwendiger. Ungelöste Probleme gibt es auch in Bahnhöfen oder wenn Züge rangiert werden. Zudem sind die Systeme sehr komplex und müssen laufend nachgerüstet werden.

«Es bestand keine Gefährdung»

Vergangene Woche machten die SBB in ihrem Medienblog selber auf zwei Fehler aufmerksam. Demnach erhielt Ende Juni 2019 ein Güterzug mit einer Lokomotive des Typs Re420 auf der Strecke Lausanne-Villeneuve fälschlicherweise eine Fahrerlaubnis, obwohl dieser keine freie Fahrt hatte. Ein ähnlicher Vorfall hatte sich mit einem Lösch- und Rettungszug im April 2019 auf der Gotthard-Basislinie bei Flüelen im Kanton Uri ereignet.

In beiden Fällen kam laut den SBB niemand zu Schaden «und es bestand keine Gefährdung». Die betroffenen Fahrzeuge seien sofort ausgereiht worden, schreibt die Medienstelle. Nach dem Vorfall in Flüelen hätten die SBB zudem den Instandhaltungsprozess überprüft und verbessert und die Lieferindustrie mit der Fehlerkorrektur beauftragt.

Falschen Ort angezeigt

Inzwischen seien die Vorfälle aufgearbeitet worden. Die Fehler seien «auf eine Verknüpfung mehrerer Umstände zurückzuführen», schreiben die SBB. Während der Instandhaltung bei den SBB sei es zu fehlerhaften Einstellungen an den Fahrzeugen gekommen, welche die genaue Positionsbestimmung der Fahrzeuge verhinderten.

Weder die Onboard-Systeme noch die Sicherungsanlagen entlang der Bahnstrecke hätten auf diesen Fehler reagiert. Die Kombination dieser Tatsachen habe dazu geführt, dass den Fahrzeugen fälschlicherweise freie Fahrt für die gemeldete Position erteilt worden sei. In Tat und Wahrheit seien die Fahrzeuge aber weit von diesem Ort entfernt gewesen.

Monitoring verbessern

Ab sofort überprüfen die SBB systematisch, ob die verkehrenden Fahrzeuge eine Auffälligkeit bezüglich der Positionsbestimmung zeigen, schreibt das Unternehmen. Alle betroffenen Mitarbeitenden, Infrastrukturbetreiberinnen und Eisenbahnverkehrsunternehmen seien zudem über die Vorfälle informiert worden.

Schliesslich seien die Sicherungsanlagen entlang der betroffenen Bahnstrecken neu konfiguriert worden. «Damit ist das verbleibende Restrisiko deutlich minimiert und die Sicherheit ist gewährleistet.» (sda)

Erstellt: 23.07.2019, 12:12 Uhr

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