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Schiessunfall von Bernhardzell: Urteil steht noch aus

In St. Gallen mussten sich heute zwei Männer vor Gericht für den Tod von Rapper Shame beim Schützenhaus in Bernhardzell verantworten. Die Staatsanwaltschaft forderte für sie eine Freiheitsstrafe von je 14 Monaten.

Bei einem tragischen Schiessunfall nach dem Obligatorischen in Bernhardzell im Sommer 2009 hat ein heute 30-jähriger Mann versehentlich seinen besten Freund getötet. Heute standen der Mann und der verantwortliche Schützenmeister vor Gericht.

Beide waren vor dem Kreisgericht St. Gallen der fahrlässigen Tötung angeklagt. Der Staatsanwalt forderte für den Schützen und den Schützenmeister je eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Er warf ihnen eine schwere Verletzung von Sorgfaltspflichten vor. Das Urteil steht noch aus.

Entladekontrolle versäumt

Laut Staatsanwalt hatten die beiden Angeklagten versäumt, nach dem Schiessen des Bundesprogramms beim Sturmgewehr des Schützen eine Entladekontrolle durchzuführen. Weil der Mann drei Probeschüsse gekauft, aber nur zwei abgefeuert hatte, befand sich noch eine Patrone im Gewehrlauf. Niemand merkte dies.

Zusammen mit seinem Freund, der ebenfalls das Obligatorische geschossen hatte, verliess der Angeklagte das Schützenhaus. Auf dem Weg zum Parkplatz hantierte er mit seinem Sturmgewehr, löste versehentlich den fatalen Schuss aus und traf seinen Freund am Kopf. Der Getroffene starb kurze Zeit später im Spital.

Unfallopfer war Rapper

Der Schütze akzeptierte den Vorwurf der fahrlässigen Tötung. Sichtlich erschüttert und unter Tränen beantwortete er die Fragen des Gerichtspräsidenten. Der Getötete, bekannt als Rapper Shame, sei sein bester Freund gewesen, mit dem er seit zehn Jahren in einer Band gespielt habe.

Er habe nie gern geschossen und sei ein schlechter Schütze gewesen, sagte der Angeklagte. An den Moment des tödlichen Schusses könne er sich nicht mehr genau erinnern. Sein Verteidiger beantragte einen Schuldspruch, aber den Verzicht auf eine Strafe. Der Angeklagte leide durch den Verlust seines Freundes genug.

Schützenmeister fordert Freispruch

Der mitangeklagte Schützenmeister verweigerte die Aussage. Sein Verteidiger forderte einen Freispruch. Der heute 48-Jährige mache sich grosse Vorwürfe wegen des Schiessunfalls. Ein strafbares Verhalten könne man ihm aber nicht vorwerfen.

Als Schützenmeister habe er den ungeübten und nervösen Schützen intensiv betreut. Nach der erfolgreichen Absolvierung des Obligatorischen habe er ihn zum Entladen des Gewehrs aufgefordert. Dass der Schützenmeister die Entladekontrolle nicht persönlich durchgeführt habe, sei keine Pflichtverletzung.

Der Schützenverein Ramschwag hatte nach dem tödlichen Unfall in Bernhardzell den Schiessbetrieb für ein halbes Jahr eingestellt. Ein Schiessexperte des Bundes prüfte den Fall. Er kam zum Schluss, der Schiessbetrieb am Tag des Unfalls sei vorschriftsgemäss organisiert gewesen.

SDA/kpn

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