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Schiffsunglück in Vietnam: Schweizer unter Todesopfern

Eine Bootstour in der Halong-Bucht vor Vietnam hat in einer Tragödie geendet. Zwölf Menschen starben, als das Ausflugsboot plötzlich sank. Unter den Toten ist auch ein junger Schweizer.

Rettete sich: Der Amerikaner George Fosmire ist einer der Überlebenden des Unglücks.
Rettete sich: Der Amerikaner George Fosmire ist einer der Überlebenden des Unglücks.
AFP
Die Bucht von Halong im Norden Vietnams ist ein Touristenmagnet.
Die Bucht von Halong im Norden Vietnams ist ein Touristenmagnet.
AFP
Ausländische Touristen nach einer Bootsfahrt durch die Felsformationen im Meer.
Ausländische Touristen nach einer Bootsfahrt durch die Felsformationen im Meer.
AFP
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Das Unglück ereignete sich kurz vor Sonnenaufgang gegen 5 Uhr (Ortszeit) und überraschte die Passagiere im Schlaf. Die meisten Opfer seien in ihren Kabinen ertrunken, sagte der Vorsteher der Halong-Bucht-Behörde. Diejenigen, die an Deck geblieben waren, konnten sich in Sicherheit bringen, bevor das Ausflugsschiff sank.

Neben dem jungen Schweizer starben auch Reisende aus Vietnam, Grossbritannien, den USA, Russland und Japan. Die meisten waren Rucksacktouristen zwischen 20 und 25 Jahren, wie aus einer Liste hervorgeht, die auf der Webseite der Provinz Quang Ninh publiziert wurde. Unter den Opfern ist auch ein vietnamesischer Übersetzer.

Taucher bergen Leichen

Nach Angaben der Behörden befanden sich auf der Trung Hai 06 insgesamt 27 Menschen. Nur neun Ausländer und sechs Besatzungsmitglieder überlebten und konnten von Fischern gerettet werden. Taucher bargen am Donnerstag die Toten aus dem Rumpf des Schiffes.

Ein Spitalmitarbeiter berichtete, drei Touristen 0 zwei Männer aus den USA und Frankreich und eine Frau aus der Schweiz – würden wegen leichterer Verletzungen behandelt.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte, dass sich zwei Schweizer an Bord des Bootes befanden. Das EDA habe Kontakt zu den Eltern des Todesopfers aufgenommen und unterstütze die Person, die das tragische Unglück überlebt habe, hiess es in einer Stellungnahme.

Warum die Dschunke unterging, war zunächst unklar. Ein Behördenvertreter schloss aber schlechtes Wetter als Ursache aus. Er sprach von einer ruhigen Nacht mit mildem Wetter. «Nach ersten Informationen ist ein Teil des Schiffes plötzlich auseinandergebrochen», sagte er.

Boot sank innert Sekunden

«Das Ganze dauerte zwischen 30 Sekunden und einer Minute», berichtete der US-Tourist George Fosmire, der das Unglück überlebte. Seine Freundin sei aus dem Bett gefallen und habe ihn noch warnen können, da sei das Wasser bereits in die Kabine eingedrungen.

«Ich musste mein Gesicht gegen die Decke drücken, um noch nach Luft schnappen zu können», erzählte der sichtlich unter Schock stehende 23-Jährige. Er habe sich schliesslich aus einer Luke retten können. Seine Freundin und eine weitere Amerikanerin, die mit ihnen die Kabine teilte, schafften es nicht mehr.

George Fosmire und seine Freundin hatten die mehrtägige Tour durch die Bucht für 42 Dollar bei einem der unzähligen kleinen Anbieter in der Altstadt von Hanoi gekauft. «Der Zustand des Schiffs hat uns, ehrlich gesagt, ein bisschen misstrauisch gemacht – es hatte Schlagseite», erzählte der junge Amerikaner. Die Besatzung habe ihn aber beruhigt.

Beliebtes Ausflugsziel

Die Halong-Bucht rund vier Autostunden östlich von Hanoi ist ein Magnet für Touristen aus aller Welt und eines der populärsten Ziele für Besucher in Vietnam. In der Bucht ragen fast 2000 Kalksteine teils mehr als 100 Meter aus dem Wasser.

Die UNO-Kulturorganisation Unesco hat das Gebiet wegen seiner einzigartigen Schönheit 1994 zum Weltnaturerbe erklärt. Die Dschunken fahren einzelne Inseln und Höhlen an. Die meisten Touristen übernachten mindestens einmal an Bord. Auch das Unglücksschiff war auf einer zweitägigen Tour in der malerischen Bucht.

Eine Sprecherin des vietnamesischen Aussenministeriums sprach von einem «seltenen» und «extrem bedauerlichen Unglück». Die Behörden würden die Sicherheitsbestimmungen für Reisen in die Bucht überprüfen. Laut einem Betreiber ähnlicher Bootstouren wurden vorerst alle weiteren nächtlichen Ausflüge verboten.

SDA/jak

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