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Schlammlawine begräbt über 150 Menschen

Im Westen von Indien ist ein Erdrutsch auf ein ganzes Dorf niedergegangen. Die Rettungsarbeiten kommen kaum voran.

Monsun bringt Hänge ins Rutschen: Ein zerstörtes Gebäude in Pune. (30. Juli 2014)
Monsun bringt Hänge ins Rutschen: Ein zerstörtes Gebäude in Pune. (30. Juli 2014)
AFP

Heftige Regenfälle haben im Westen Indiens einen verheerenden Erdrutsch ausgelöst. Mindestens 17 Menschen starben unter den Erdmassen in dem entlegenen Dorf Ambegaon im Bundesstaat Maharashtra, wie ein Regierungsbeamter am Mittwoch mitteilte. Die Behörden befürchteten jedoch, dass mehr als 150 Menschen unter dem Schlamm begraben sein könnten. Die Zahl der Toten dürfte damit noch erheblich steigen. Der Unglücksort im Bezirk Pune liegt rund 151 Kilometer südöstlich der Grossstadt Mumbai.

Die meisten Bewohner schliefen wahrscheinlich noch, als sich gegen 6 Uhr am Morgen ein grosser Block am Berg löste. Bilder vom Unglücksort im Bundesstaat Maharashtra zeigen eine breite Schlammlawine, die sich den Hang herabwälzte und alles mitriss, was ihr in den Weg kam. Zuvor hatte es tagelang stark geregnet. Mehr als 70 Häuser wurden den Angaben zufolge in dem gut 700 Einwohner zählenden Dorf verschüttet.

Schlammschicht bis fünf Meter hoch

Der Rettungseinsatz in der abgelegenen Region in der Gebirgskette Sahayadri ist extrem schwierig, auch weil der Monsunregen nicht nachlässt. Der Schlamm steht drei bis fünf Meter hoch in den Strassen des Dorfes, das etwa 200 Kilometer von Mumbai entfernt liegt.

Zudem konnte schweres Räumungsgerät nur vorsichtig eingesetzt werden, um mögliche Überlebende in den Trümmern nicht zu gefährden, wie der örtliche Regierungsvertreter Saurav Rao der indischen Nachrichtenagentur PTI sagte.

Die Behörden entsandten nach eigenen Angaben 300 Bergungskräfte und 30 Krankenwagen in das entlegene Dorf. Laut der Nachrichtenagentur IANS wurden sogar mehr als 50 Krankenwagen aus benachbarten Orten zum Unglücksort geschickt. Auch Bewohner angrenzender Dörfer halfen bei der Suche nach den Vermissten. Im Sassoon Hospital in Pune stehe eine komplette Station für die Verletzten bereit, berichtete die Agentur IANS. Andere Dörfer der Region seien vorsorglich evakuiert worden.

Weitere Erdrutsche im Norden Indiens

In Indien herrscht gerade Monsunzeit. Auch in den nördlichen Bundesstaaten Uttarakhand und Himachal Pradesh gingen in den vergangenen Wochen zahlreiche Erdrutsche ab und blockierten Nationalstrassen. Zahlreiche Pilgerwege zu Schreinen in den Himalaya-Bergen, die im Sommer von Zehntausenden Hindus genutzt werden, wurden gesperrt.

Während der Regenzeit werden in Indien immer wieder Häuser unter Erdrutschen begraben oder stürzen in sich zusammen. Das liegt daran, dass unzählige alte Gebäude nie repariert wurden und viele Neubauten aus billigstem Baumaterial bestehen.

Vor einem Jahr kamen bei mehreren Erdrutschen und einem Dammbruch in Uttarakhand 5700 Menschen ums Leben. Ganze Dörfer wurden damals weggeschwemmt, fast zweitausend Strassen und Brücken zerstört. Mehr als 100'000 Menschen sassen fest. Indische Medien beklagen derzeit, dass die neuen Strassen genau an alter Stelle wieder errichtet und Hotels zu nah an Flüsse gebaut werden. Auch werde weiter abgeholzt statt aufgeforstet, was die Gefahr für neuerliche Unglücke erhöhe.

sda/AP/fko

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