Schneerekord im Bündnerland – Toter in Österreich

Im Engadin hat es bis zu 77 Zentimeter Neuschnee gegeben. In Kärnten wird ein Mann bei einem Erdrutsch verschüttet.

Auch im Flachland könnte am Sonntag da und dort Schnee liegen bleiben. Ein Tief sorgt für anhaltende Niederschläge. Video: Leser-Reporter

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In Samedan im Oberengadin und in Santa Maria im Münstertal ist im November noch nie so viel Schnee gefallen wie dieses Jahr. Die Schneehöhe in den beiden Bündnergemeinden betrug am Sonntagmittag 77 beziehungsweise 71 Zentimeter. Das meldeten Meteonews und SRF Meteo.

Der bisherige November-Schnee-Rekord in Santa Maria Val Müstair stammte aus dem Jahr 1959 mit 65 Zentimetern Schneehöhe, wie Felix Bühler von SRF Meteo gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte.

In Österreich ist nach tagelangen heftigen Regen- und Schneefällenein Mensch ums Leben gekommen. Der 79-Jährige wurde am Montag hinter seinem Haus in Kärnten von einer Schlammlawine erfasst, wie die Polizei mitteilte. Ein Suchhund habe ihn entdeckt. Sein Haus in Bad Kleinkirchheim in Kärnten war von dem schweren Geröll zu grossen Teilen zerstört worden. «Er wurde von den Erdmassen begraben», sagte Bürgermeister Matthias Krenn nach einer Suchaktion.

Seit Sonntag gab es in Kärnten mehr als tausend Feuerwehreinsätze, rund 1400 Haushalte waren am Montagnachmittag noch ohne Strom. Auch in Salzburg, Tirol und der Steiermark blieb die Lage angespannt. Es gab etliche Katastropheneinsätze, Strassen und Bahnstrecken waren gesperrt.

Die Sorge vor weiteren folgenschweren Erdrutschen und auch vor Hochwasser bestimmte am Montag in allen von den Unwettern betroffenen Regionen Österreichs die Situation. Zahlreiche Strassen blieben aus Sicherheitsgründen gesperrt. Betroffen war davon auch die Tauernautobahn (A10) zwischen Spittal und Villach sowie zahlreiche Bahnstrecken.

Die Schneefälle der vergangenen Tage sorgen in Teilen Österreichs für massive Gefahren und Behinderungen. Im Bild die Situation auf der A22 bei der Mautstation Sterzing in Südtirol. (17. November 2019) Bild: Daniel Liebl/APA/Keystone

Der am Sonntag durch eine Lawine abgeschnittene Ort Martell im Westen Südtirols war am Montag wieder erreichbar. 40 bis 50 höher gelegene Häuser mit 200 bis 250 Bewohnern waren laut dem Bürgermeister aber weiter eingeschlossen.

Auch im Tiroler Stubaital sassen am Montagvormittag weiter rund 250 Gäste und Mitarbeiter der Gletscherbahnen fest. Nach einem Lawinenabgang nahe der Strasse in der Nähe der Talstation musste eine Strasse am Sonntag gesperrt werden. Die Eingeschlossenen verbrachten die Nacht im Hotel bei der Talstation und in den Räumlichkeiten der Gletscherbahn.

Nachdem am Sonntag mehrere Lawinen abgegangen sind, ist das Martelltal in Südtirol von der Aussenwelt abgeschnitten. Video: Storyful

Saas-Fee mit Auto nicht mehr erreichbar

Aufgrund der starken Schneefälle musste die Strasse zwischen Saas-Grund bis Saas-Fee am Sonntag gesperrt werden, wie die Region auf Twitter mitteilte. Am Nachmittag wird die Strasse wieder freigegeben.

Nach dem vielen Neuschnee besteht im Bergell erhebliche Lawinengefahr. Teilweise setzte das Schnee- und Lawinenforschungsinstitut (SLF) am Sonntag die Gefahr dort auf Stufe vier von fünf. Mittlerweile hat sich die Lage jedoch wieder etwas entspannt. Auf der ganzen Alpensüdseite sowie in den Walliser Südtälern, im Urserental (Uri) und in weiten Teilen des Kantons Graubünden ist die Lawinengefahr erheblich.

Die Lawinengefahr ist teilweise erheblich (Stufe 3). Karte: SLF (red/sda)

Erstellt: 17.11.2019, 11:10 Uhr

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