Video zeigt Unfall von Methanol-Lastwagen auf der A2

Wegen Explosionsgefahr hatte der Unfall für ein Verkehrschaos bei Muttenz gesorgt – nun sind Aufnahmen aufgetaucht.

Das Video Verkehrsüberwachungskamera zeigt den Moment des dramatischen Unfalls.
Video: Facebook

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Der Unfall ist in der Region Basel noch in bester Erinnerung: Am 14. März 2018 hat sich auf der Autobahn A2 bei Muttenz ein Lastwagen überschlagen. Der Sattelschlepper ist kurz nach dem Schweizerhalle-Tunnel in ein Betonelement auf der rechten Seite der Strasse geprallt. Der Unfall hatte damals graviernde Auswirkungen: Wegen der drohenden Explosionsgefahr des im Auflieger geladenen Methanols, dauerten die Bergungsarbeiten viele Stunden. Es kam zu einem regelrechten Verkehrskollaps, in der ganzen Region herrschte beinahe Stillstand.

Nun ist ein Video aufgetaucht, das den Unfallhergang zeigt. Schuld am Unfall ist ein unvorsichtiger Autofahrer. Der Mann war von der linken Spur zügig an einem Auto in der mittleren Spur vorbeigefahren und hat dann direkt vor ihm die Spur gewechselt.

Nach dem Spurwechsel setzte er ohne innezuhalten direkt zu einem weiteren Wechsel an und hat dabei den Lastwagen neben ihm übersehen. Der Autofahrer kollidierte mit dem Sattelschlepper. Dieser ist durch die Wucht des Aufpralls von der Spur abgekommen und in die Betonbegrenzun neben der Autobahn gekracht.

Ein Lastwagenfahrer hat die Unfallstelle bei der Vorbeifahrt gefilmt.

Bei der Kollision mit der Autobahnbegrenzung wurde das Zugfahrzeug vom Auflieger getrennt und der Sattelschlepper hatte sich überschlagen. Das Zugfahrzeug hatte unmittelbar nach dem Unfall Feuer gefangen, wie die Videobilder zeigen. Glücklicherweise jedoch blieb der Tankauflieger vom Feuer verschont.

Der 61-jährige Chauffeur des Lastwagens wurde beim Unfall schwer verletzt und musste mit der Rega in ein Spital geflogen werden. Der Unfallverursacher blieb unverletzt.

Explosionsgefahr wegen Methanol

Nach dem Unfall herrschte am Unfallort Explosionsgefahr weil der Tankauflieger 24'000 Liter hochentzündliches Methanol geladen hatte. Methanoldämpfe bilden mit Luft explosionsfähige Gemische. Die Ladung wurde anschliessend unter Aufsicht von Spezialisten der Feuerwehr in einen anderen Tank umgepumpt.

Erst ab 18.30 Uhr war die Autobahn in der Gegenrichtung wieder teilweise befahrbar. Ereignet hat sich der Unfall um ca. 12.30 Uhr. In Richtung Basel blieb die Autobahn bis gegen 23 Uhr gesperrt. Bis 21 Uhr war es den Einsatzkräften gelungen, den Aufleger wieder aufzurichten. Ein geringe Menge des Methanols war beim Unfall ausgelaufen. Für Mensch und Umwelt bestand deswegen aber keine Gefahr.

Videoquelle unklar

Woher das Video stammt, ist unklar. Sicher ist: Jemand hat die Bilder einer Verkehrsüberwachungskamera abgefilmt und danach auf Facebook hochgeladen. Laut Michael Lutz, Sprecher der Baselbieter Staatsanwaltschaft, könnte es sich um einen Fall von Amtsgeheimnisverletzung handeln, falls das Video von einem Polizisten veröffentlicht wurde.

Die Baselbieter Polizei hat mittlerweile Anzeige gegen unbekannt gemacht. Gemäss Polizeisprecher Adrian Gaugler hatten neben der Polizei auch weitere Personen Zugriff auf das Überwachungsvideo. Da ein Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft hängig ist, ist das Video Teil der Akten dieses Verfahren. Das heisst, auch Richter, Staatsanwälte, Verteidiger und die Unfallbeteiligten hatten Einsicht in das Video.

Gemäss Angaben der Staatsanwaltschaft wird das Verfahren gegen den Unfallverursacher mit einem Strafbefehl abgeschlossen. Dem Mann drohen wegen qualifizierter grober Verkehrsregelverletzung sowie fahrlässiger schwerer Körperverletzung somit eine Freiheitsstrafe von maximal 180 Tagen oder eine Geldstrafe von maximal 180 Tagessätzen. Weitere Angaben dazu machte die Staatsanwaltschaft nicht.

Gigantisches Verkehrschaos in der Region

Wegen des Unfalls auf der Autobahn staute sich der Verkehr bis in die Stadt Basel. Auch die Trams und Busse der BVB waren betroffen: Es kam zu Verspätungen und situativen Umleitungen auf dem gesamten Netz.

Auf der Autobahn selbst wurde der Verkehr ab Pratteln und Hagnau abgeleitet. Die Fahrzeuge, die sich in der Sperrung befanden, wurden gewendet. Der Schwerverkehr Richtung Schweiz wurde an der Grenze angehalten. Rückstau bildete sich auch auf der A22 in Richtung Verzweigung Liestal und auf der A18 in Richtung Hagnau. Selbst der Arisdorftunnel musste aus Sicherheitsgründen gesperrt bleiben. Ausserdem war die Kantonsstrasse von Dornach über den Gempen nach Liestal wegen Verkehrsüberlasstung gesperrt.

Die Buslinie 83 zwischen Kaiseraugst und Pratteln sowie die Linien 80 und 81 zwischen Pratteln und Basel wurden wegen der Verkehrsüberlastung temporär eingestellt.

Erstellt: 26.11.2018, 13:03 Uhr

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