Schon Dreijährige landen in der Schwarzfahrer-Datenbank

Der Fall aus Schaffhausen, wo eine 5-Jährige ohne Billett mit ihrer 10-jährigen Schwester Bus fuhr und gebüsst wurde, ist kein Einzelfall. Mehrere Kinder sind bereits registriert.

Kinder unter sechs Jahren brauchen ein gültiges Billett, wenn sie nicht in Begleitung eines Erwachsenen mit dem ÖV fahren. Foto: iStock

Kinder unter sechs Jahren brauchen ein gültiges Billett, wenn sie nicht in Begleitung eines Erwachsenen mit dem ÖV fahren. Foto: iStock

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Eine Fünfjährige fährt gemeinsam mit ihrer zehnjährigen Schwester in einem Bus durch Schaffhausen. Die Ältere besitzt ein gültiges Jahresabonnement, die Jüngere reist jedoch ohne Billett. Denn die Mutter dachte, dass Kinder unter sechs Jahren in der Schweiz die öffentlichen Verkehrsmittel gratis benützen dürfen. Trotzdem erhält das fünfjährige Mädchen von den Kontrolleuren der Schaffhauser Verkehrsbetriebe eine Busse von 100 Franken fürs Schwarzfahren.

Die Fünfjährige musste die Busse gar «unterschreiben» – sie zeichnete ihren Namen auf das Papier – und die Richtigkeit der Angaben bestätigen. Den Fall veröffentlichte das Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 am Donnerstag.

Wie CH Media nun berichtet, ist die Busse der Fünfjährigen von Schaffhausen kein Einzelfall. Seit dem Frühling 2019 gibt es in der Schweiz eine nationale Schwarzfahrer-Datenbank. In dieser werden alle Schwarzfahrer verzeichnet – ungeachtet ihres Alters. Wie Recherchen von CH Media zeigen, führt dies dazu, dass derzeit bereits drei Dreijährige, eine Vierjährige und zehn Fünfjährige in dieser Datenbank eingetragen seien. In der Alterskategorie der Sechs- bis Zwölfjährigen sollen 2600 Schwarzfahrer registriert sein.

Auch bei älteren Personen gibt es in der Datenbank keine Altersbegrenzung. Ein Hundertjähriger sei als ältester Schwarzfahrer der Schweiz eingetragen. Es würden jedoch auch Kulanzfälle registriert. So landet man also in der Datenbank, ohne vielleicht eine Busse bezahlt zu haben.

Insgesamt wurden bisher 277'000 Personendaten gespeichert. 80 Transportunternehmen nutzen diese Datenbank aktuell. Bis Ende des Jahres sollen es 115 Betriebe sein. Durch die Datenbank sollen Wiederholungstäter härter bestraft und strafrechtlich verfolgt werden können.

Erstellt: 16.08.2019, 10:52 Uhr

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