Frau schiesst bei Youtube auf drei Menschen und richtet sich

Die Youtube-Zentrale in Kalifornien ist nach einer Schiesserei evakuiert worden. Es gibt mehrere Verletzte. Die mutmassliche Schützin hat sich erschossen.

Die mutmassliche Täterin, die im Youtube-Hauptsitz drei Menschen mit einer Schusswaffe verletzte, beschwerte sich in einem Video über Youtube. Video: zVg

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Bei einer Schiesserei auf dem Firmengelände von Youtube sind am Dienstag eine Frau getötet und mindestens vier weitere Menschen verletzt worden. Bei der Toten handelt es sich nach Angaben der Polizei von San Bruno um die mutmassliche Täterin. Sie habe sich selbst erschossen.

Die Leiche der Frau wurde laut dem lokalen Polizeichef Ed Barberini im Inneren eines der YouTube-Gebäude gefunden. Zu ihrer Identität und ihren Motiven machte er keine Angaben. Auch der genaue Ablauf des Vorfalls sei noch unklar.

Bei der mutmasslichen Schützin soll es sich laut Medienberichten um eine 38-jährige Frau mit einem eigenen Youtube-Kanal handeln. Im Januar 2017 hat sie laut NBC Bay Area ein Video hochgeladen, in dem sie sich beklagt, dass Youtube ihren Kanal «diskriminiere und filtere».

Ihre Videos seien zuvor von viel mehr Usern gesehen worden. Zudem setzte sich die Frau für Tierrechte ein und machte sich für Veganismus stark.

Der Vater der Frau sagte, seine Tochter habe sich geärgert, dass Youtube sie nicht mehr für ihre Videoinhalte bezahlt habe. Er warnte die Polizei, dass sie auf den Weg zum Firmengelände von Youtube sei und einen regelrechten «Hass» auf das Unternehmen entwickelt habe.

Laut NBC Bay Area sei auch ein Auto mit dem Nummernschild der Frau auf dem Youtube-Gelände entdeckt worden.

Verwirrung gab es zwischenzeitlich über die Zahl der Verletzten. Wie die Polizei später klarstellte, wurden drei Menschen durch Schüsse verletzt, ein vierter verstauchte oder brach sich bei der Flucht einen Knöchel. Alle vier wurden laut Polizei in Krankenhäuser gebracht. Der Sprecher eines örtlichen Krankenhauses beschrieb den Zustand einer durch Schüsse verletzten Frau als «ernst». Ein angeschossener Mann befand sich demnach in «kritischem» Zustand.

Grossaufgebot

Die Polizei war nach Notrufen mit einem Grossaufgebot an Einsatzkräften auf dem Gelände des Google-Tochterunternehmens in San Bruno, einem Vorort von San Francisco, eingetroffen. Beschäftigte der auf die Verbreitung von Webvideos spezialisierten Firma flüchteten laut Barberini zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Gebäude.

«Bluttropfen auf dem Boden und den Stufen»

Die Schüsse fielen in einem Innenhof, wo die Youtube-Angestellten üblicherweise zu Mittag essen: «Ich habe Schüsse gehört und vom Schreibtisch aus gesehen, wie Leute wegrannten», schrieb Youtube-Mitarbeiter Vadim.

Youtube-Beschäftigter Todd Sherman schrieb auf Twitter, dass er in einer Konferenz sass, als Menschen davon rannten. Anfangs dachte er noch an ein Erdbeben.

Auf der Flucht zum Ausgang habe er dann «Bluttropfen auf dem Boden und den Stufen» gesehen, so Sherman weiter. Draussen sei er auf Polizeifahrzeuge getroffen, aus denen Beamte mit Schusswaffen gesprungen seien.

«Es klang wie Maschinengewehr-Feuer»

«Es klang wie Maschinengewehr-Feuer», berichet eine weitere Augenzeugin dem Sender «KTVU»: «Die Patronen kamen schnell nacheinander – bum, bum, bum.» Dann wurde das Geräusch leiser: «Als ob sich der Schütze entfernt hätte.»

Auf TV-Bildern war zu sehen, dass Mitarbeiter des Unternehmens auf Befehl der Polizei mit erhobenen Händen das Gebäude verliessen und einzeln von den Beamten kontrolliert wurden.

Kein terroristischer Hintergrund

«Unsere Gedanken und Gebete sind bei allen Betroffenen,» twitterte US-Präsident Donald Trump. Und dankte den «phänomenalen» Polizeikräften für ihren Einsatz. Die Behörden würden nicht von einem terroristischen Hintergrund der Tat ausgehen.

«Es gibt keine Worte, die die Tragödie, die sich heute zugetragen hat, beschreiben können», schreibt Google-CEO Sundar Pichai auf Twitter. Er und Youtube-CEO Susan Wojcicki versprechen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen.

Frauen verüben selten solche Angriffe

Schusswaffenvorfälle mit Toten und Verletzten sind in den USA trauriger Alltag. Nur selten werden die Angriffe allerdings von Frauen verübt. Der jüngste Vorfall fällt mitten in eine heftige Debatte um die weite Verbreitung von Schusswaffen in den Vereinigten Staaten und um das laxe Waffenrecht. Mehr als 1,5 Millionen Menschen hatten am 24. März landesweit für schärfere Waffengesetze demonstriert.

(nag/chk/sda/AFP)

Erstellt: 03.04.2018, 22:18 Uhr

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