Schüsse in Synagoge in Kalifornien – eine Tote

Bei einem Angriff auf eine Synagoge im Ort Poway nahe San Diego sind am Samstag eine Frau getötet und drei weitere Personen verletzt worden. Der Täter wurde festgenommen.

Bei einem Angriff auf eine Synagoge nahe San Diego sind am Samstag ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. (Video: Tamedia/Reuters)

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Der Angriff ereignete sich im Ort Poway nahe San Diego im Süden Kaliforniens. Vier Menschen wurden verletzt, eines der Opfer erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen, wie der Sheriff des Bezirks San Diego, Bill Gore, bei einer Pressekonferenz sagte.

Bei den Verletzten handelt es sich demnach um eine Jugendliche und zwei erwachsene Männer. Sie seien ausser Lebensgefahr. Der Bürgermeister von Poway, Steve Vaus, hatte dem Fernsehsender MSNBC zuvor gesagt, der Rabbiner sei in die Hand getroffen worden. Bei der Toten handelt es sich nach Angaben des Sheriffs um eine ältere Frau.

Gore sagte, ein 19-Jähriger sei festgenommen worden. In einem offenen Brief, der AFP vorliegt, sprach der Verdächtige über seinen Drang, die Abstammung von Weissen zu verteidigen. Überdies zollte er in dem Schreiben dem Attentäter eines Angriffs auf eine Synagoge in Pittsburgh im September mit elf Toten Anerkennung sowie dem Attentäter hinter den Moschee-Anschlägen im neuseeländischen Christchurch im März.

Täter auf Flucht festgenommen

Die Polizei wurde dem Sheriff zufolge am Vormittag (Ortszeit) alarmiert, nachdem der Mann die Synagoge betreten und das Feuer mit einem Sturmgewehr vom Typ AR-15 eröffnet hatte. Derartige Waffen wurden wiederholt bei Amokläufen in den USA verwendet. In dem jüdischen Gotteshaus sollte am Vormittag ein Pessach-Gottesdienst gefeiert werden.

Ein ausser Dienst befindlicher Beamter, der sich am Tatort befand, habe auf den Angreifer geschossen, als dieser die Flucht ergriff, sagte Gore. Der Beamte habe das Auto des mutmasslichen Täters getroffen. Der 19-Jährige wurde schliesslich von einem per Funk informierten Beamten festgenommen, wie der Polizeichef San Diegos, David Nisleit, sagte. «Wir sind denen in der Gemeinde dankbar, die sich dem Schützen entgegenstellten und verhinderten, dass dies ein noch schlimmerer Vorfall wurde», sagte Bürgermeister Vaus.

«Übel des Antisemitismus und des Hasses»

Nach dem Schusswaffenangriff hat US-Präsident Donald Trump Antisemitismus und Hass verurteilt. «An diesem Abend ist das Herz Amerikas mit den Opfern der entsetzlichen Schiesserei in Kalifornien», sagte Trump am Samstag vor Anhängern im Bundesstaat Wisconsin.

«Unsere gesamte Nation trauert um den Verlust von Leben, betet für die Verletzten und ist solidarisch mit der jüdischen Gemeinde», sagte Trump. Das «Übel des Antisemitismus und des Hasses» müsse besiegt werden.

Die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez zeigte sich im Kurzbotschaftendienst Twitter «untröstlich» über den Angriff. «Wir haben die Verantwortung, unsere Nachbarn zu lieben und zu schützen», fügte sie hinzu. Der demokratische Abgeordnete für Kalifornien, Mike Levin, erklärte, der Hass und die Gewalt müssten aufhören.

Attacke im Oktober mit 11 Todesopfern

Im vergangenen Oktober hatte ein Rechtsradikaler in der «Tree of Life»-Synagoge in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania elf Menschen erschossen.

Nach den Worten des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu handelte es sich um das folgenschwerste antisemitische Verbrechen in der Geschichte der USA. Dem Täter wird derzeit der Prozess gemacht. Ihm könnte nach Angaben des US-Justizministeriums die Todesstrafe drohen. Der Angriff hatte weit über die Grenzen der USA hinaus für Entsetzen gesorgt. (AFP)

Erstellt: 28.04.2019, 01:41 Uhr

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