Sechs Tote nach Schüssen in tschechischem Spital

In Ostrava hat ein 42-jähriger Mann in einem Warteraum eines Krankenhauses das Feuer auf Patienten eröffnet.

Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot vor Ort. Bild: Twitter/PolicieCZ

Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot vor Ort. Bild: Twitter/PolicieCZ

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Nachdem er sechs Menschen erschossen hatte in einem Spital im tschechischen Ostrava, hat sich der Mann auf der Flucht selbst die Kugel gegeben. Das bestätigte die Polizei am Dienstagvormittag. Das Motiv des Todesschützen ist unklar.

«Der 42-jährige Mann hat sich selbst in den Kopf geschossen, bevor die Polizei etwas unternehmen konnte. Er ist tot», teilte die tschechische Polizei noch am Vormittag mit. Der Schütze war nach seiner Flucht in einem Auto gestellt worden.

Ministerpräsident Babis sprach von einer «grossen Tragödie». Der mutmassliche Schütze habe in einem Warteraum der Universitätsklinik das Feuer auf Patienten eröffnet und «aus nächster Nähe auf den Kopf oder Hals» seiner Opfer gezielt.

«Wir wissen nicht, was die Motive dieses Menschen waren», sagte Babis, weiter. Er gehe davon aus, dass es die Tat eines möglicherweise psychisch kranken Einzeltäters gewesen sei und keine allgemeine Bedrohungslage in Tschechien vorliege. Nach Angaben der Klinik handelt es sich bei den Opfern um Patienten der Erstversorgungsambulanz der Traumatologie.

Die Polizei war mit zahlreichen Beamten und einem Sondereinsatzkommando vor Ort, wie es aus dem Innenministerium in Prag hiess. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.

Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto

Der rund 1,80 Meter grosse Schütze soll nach Angaben der Polizei eine rot-schwarze Jacke getragen haben. Die Behörden veröffentlichten ein Fahndungsfoto und mahnten die Öffentlichkeit zur Vorsicht.

Die Universitätsklinik in der mährisch-schlesischen Industriestadt Ostrava hat rund 1200 Betten. Mitarbeiter der Klinik waren angewiesen worden, ihre Abteilungen nicht zu verlassen. «Wir sind alle nervös», sagte eine Medizinerin der Agentur CTK. Das Krankenhaus war geschlossen, es wurden keine neuen Patienten aufgenommen. Die Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien setzte einen Krisenstab ein.

Ostrava ist mit rund 290'000 Einwohnern die drittgrösste Stadt Tschechiens und Verwaltungszentrum der mährisch-schlesischen Region. Die Stadt liegt an der Nordostgrenze Tschechiens, zehn Kilometer südwestlich von Polen und 50 Kilometer nordwestlich der Grenze zur Slowakei. (sep/sda)

Erstellt: 10.12.2019, 09:19 Uhr

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