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Schwere Vorwürfe gegen Schweizer Holzfirma in Afrika

Eine Firma aus dem Kanton Zug soll in der Demokratischen Republik Kongo am Tod eines Mannes mitschuldig sein. Dieser hatte sich zusammen mit Gleichgesinnten gegen das Unternehmen aufgelehnt.

Schlägt in Afrika Holz: Die Danzer-Gruppe, hier ein Fahrzeug einer Tochterfirma in Gabun.
Schlägt in Afrika Holz: Die Danzer-Gruppe, hier ein Fahrzeug einer Tochterfirma in Gabun.
Keystone

Wer in der Demokratischen Republik Kongo Holz schlagen will, braucht eine Konzession. Und wer eine solche ergattert, geht Verpflichtungen ein: Eine Abholzungskonzession erhält nur, wer soziale Projekte in der Region unterstützt. Dies gilt auch für die Schweizer Holzfirma Danzer mit Sitz in Baar, die seit 39 Jahren im afrikanischen Land tätig ist. Gemäss einem Beitrag der «Rundschau» hat sich das Unternehmen – oder zumindest ihre örtliche Tochterfirma Siforco – nicht an die Regeln gehalten: Entsprechende Sozialverträge, die Investitionen in die lokalen Dörfer beinhalten, sollen nicht geflossen sein. Dies führte gemäss dem Informationsmagazin des Schweizer Fernsehens zu Unruhen, die zu einem Todesopfer führten.

Die Bevölkerung wehrte sich und begann, von den Baustellen Werkzeuge zu klauen. Siforco bot daraufhin die kongolesische Polizei und das Militär auf, die Situation eskalierte. Den Vorfall brachte die Umweltschutzorganisation Greenpeace ans Licht. «60 Militärs und Polizisten fielen über das Dorf her», sagt Greenpeace-Forstingenieurin Asti Roesle gegenüber der «Rundschau». Mehrere Frauen seien vergewaltigt und Dorfbewohner verprügelt worden. Ein älterer Mann erlag offenbar seinen Verletzungen.

Firma bezahlte Militär

Pikant daran: Die kongolesische Polizei war mit einem Fahrzeug der Firma Siforco unterwegs - was offenbar nicht unüblich ist. Das Sicherheitskommando soll zudem von der Firma bezahlt worden sein. «Wir haben diese Gewalt in keiner Weise gewollt», sagt Olof von Gagern, Geschäftsführer des Afrika-Geschäfts der Danzer-Gruppe. Das Unternehmen sieht kein Problem darin, dass die Sicherheitstruppe entlöhnt wurde. Die Regierung erwarte, dass die staatlichen Funktionäre Geld erhielten, sagt von Gagern. «Das ist für uns Mitteleuropäer schwierig zu verstehen – aber so ist es nun einmal.»

Dass damit Gewalt oder Korruption gefördert werden könnte, will von Gagern nicht beurteilen. Dies sei die Aufgabe der internationalen Gemeinschaft – sie müsse dafür sorgen, dass die Regierungen in solchen Ländern demokratisch seien.

Man könne sich nicht hinter solchen Schutzbehauptungen retten, widerspricht Urs Rybi von der Erklärung von Bern in der Nachrichtensendung. «Auch im Ausland müssen Schweizer Firmen sauber geschäften.» Schon früher war eine Tochterfirma der Danzer-Gruppe in Afrika negativ aufgefallen: 2004 etwa stand die Interholco, die ebenfalls zur Zuger Firma gehört, in Gabun wegen Fälschung von Urkunden und Bestechung von Amtsträgern unter Verdacht.

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