Zum Hauptinhalt springen

Schwerstes Beben seit 55 Jahren erschüttert Spanien

Nahe der Stadt Lorca hat es zwei Erdbeben gegeben. Dabei stürzten mehrere Gebäude ein, eine Kirchenglocke fiel zu Boden. Unklarheit herrscht noch über die Zahl der Todesopfer.

Auf wackligen Beinen: Ein Kirchturm in Lorca ist nach dem Erdbeben schwer beschädigt. (12. Mai 2011)
Auf wackligen Beinen: Ein Kirchturm in Lorca ist nach dem Erdbeben schwer beschädigt. (12. Mai 2011)
Reuters
Angst vor weiteren Beben: Eine Frau verlässt mit dem nötigsten im Koffer Lorca. (12. Mai 2011)
Angst vor weiteren Beben: Eine Frau verlässt mit dem nötigsten im Koffer Lorca. (12. Mai 2011)
Reuters
Banger Blick nach oben: Von den Dächern fielen Ziegel.
Banger Blick nach oben: Von den Dächern fielen Ziegel.
Keystone
1 / 14

Einen Tag nach dem Erdbeben in Spanien ist heute das Ausmass der Schäden deutlich geworden: In der am schwersten betroffenen Stadt Lorca im Südosten des Landes wurden zahlreiche Gebäude schwer beschädigt, Autos wurden von herabfallenden Trümmerteilen zerdrückt. Die Regierung in der Region Murcia erklärte unterdessen, es habe acht Todesopfer gegeben. Am Mittwoch war noch von zehn Getöteten die Rede gewesen.

Unter den Toten war nach Behördenangaben ein Kind. 167 Menschen wurden in Krankenhäusern behandelt, drei von ihnen waren in kritischem Zustand. Tausende Menschen verbrachten die Nacht aus Furcht vor Nachbeben im Freien. Sie suchten in Pappkartons Schutz oder legten sich einfach mit Decken auf den Boden. Am Morgen gaben Freiwillige in fünf Notunterkünften in Lorca heisse Getränke aus.

Rückkehr bei Tagesanbruch

Bei Tagesanbruch kehrten viele Menschen in der 85'000-Einwohner-Stadt in ihre Häuser zurück, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Andere liefen durch die Strassen und machten Fotos von den Zerstörungen. Das Fernsehen zeigte Bilder von zerstörten Gebäuden und von Autos, die von herabstürzenden Trümmern zerdrückt worden waren.

Von der Fassade einer Kirche brachen grosse Teile ab und stürzten in die Tiefe, als gerade ein Reporter des spanischen Fernsehens Liveaufnahmen machte. Auch eine grosse Glocke fiel hinab und schlug neben dem Journalisten auf.

Beben ereignete sich in geringer Tiefe

Die Region Murcia war am Mittwochabend von zwei Erdstössen der Stärke 4,4 und 5,2 erschüttert worden. Experten erklärten, die Erdbeben seien zwar relativ schwach gewesen, hätten sich aber sehr nahe an der Oberfläche ereignet. Daher hätten sie solch verheerende Auswirkungen gehabt. «Die Erdbeben in dieser Region der Iberischen Halbinsel sind meist nahe an der Oberfläche», sagte der Seismologe Maria José Jimenez der Nachrichtenagentur AP. «Sie ereignen sich in den ersten paar Kilometern der Erdkruste und richten daher mehr Schäden an.»

Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero unterbrach seinen Wahlkampf für die bevorstehenden Regional- und Kommunalwahlen, um die Rettungsarbeiten zu koordinieren. Der stellvertretende Ministerpräsident Alfredo Perez Rubalcaba und und Verteidigungsministerin Carme Chacón wurden im Laufe des Tages in Lorca erwartet.

Es war das folgenschwerste Erdbeben in Spanien seit 1956. Damals kamen im Raum Granada zwölf Menschen ums Leben, rund 70 wurden verletzt.

SDA/ dapd/ afp/rub, pbe

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch