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Schwiegersohn von Spaniens König wegen Veruntreuung vor Gericht

Iñaki Urdangarín wird verdächtigt, öffentliche Gelder in Millionenhöhe abgezweigt zu haben. Nun musste er in Palma de Mallorca vor Gericht erscheinen. Der Weg dorthin war für den Adligen kein einfacher.

Von Demonstranten verspottet: Iñaki Urdangarín verlässt während einer Pause das Gericht. (25. Februar 2012)
Von Demonstranten verspottet: Iñaki Urdangarín verlässt während einer Pause das Gericht. (25. Februar 2012)
Reuters

Der unter Korruptionsverdacht stehende Schwiegersohn des spanischen Königs Juan Carlos, Iñaki Urdangarín, ist in Palma de Mallorca wegen des Vorwurfs der Veruntreuung vor Gericht erschienen. Der 44-jährige Ehemann von Infantin Cristina sagte vor der richterlichen Anhörung, er wolle seine Unschuld beweisen. Urdangarín machte nicht von dem Sonderrecht Gebrauch, mit dem Auto vorzufahren, sondern kam zu Fuss. Das Sonderrecht war ihm aus Sicherheitsgründen eingeräumt worden.

Vor dem Gerichtsgebäude wurde Urdangarín von rund einhundert Demonstranten empfangen, die ihn verspotteten. «Achtung, passt auf eure Brieftaschen auf, Urdangarín kommt!», wurde aus der Menge gerufen. Auf einem Transparent hiess es «Monarchie = Korruption».

Affäre von Journalisten aufgedeckt

Urdangarín steht im Verdacht, als Vorsitzender der gemeinnützigen Stiftung Instituto Noos gemeinsam mit einem Partner öffentliche Gelder in Millionenhöhe von den Regionalregierungen auf den Balearen und in Valencia veruntreut zu haben.

Urdangarín und sein Partner und späterer Nachfolger bei der Stiftung, Diego Torres, sollen unter anderem Millionensummen für Dienste berechnet haben, die in keinem Verhältnis zu den erbrachten Leistungen standen.

Um wie viel Geld es sich genau handelt, ist nicht bekannt - der in der Affäre recherchierende Journalist von der Zeitung «El Mundo», Eduardo Inda, spricht jedoch von rund 17 Millionen Euro. Laut Inda ist die Beweislage gegen Urdangarín erdrückend.

Balearen-Regierungschef unter Verdacht

Die Affäre um den ehemaligen Handball-Profi Urdangarín, der auch den Titel des Herzogs von Palma führt, ist Teil eines Korruptionsskandals, in dem sich seit Januar auch der frühere Regierungschef der Balearen, Jaume Matas, vor Gericht verantworten muss. Dabei geht es unter anderem um veruntreute Gelder beim Bau des Velodroms Palma Arena.

Im Zuge ihrer Ermittlungen stiessen die Beamten auch auf den Namen von Juan Carlos' Schwiegersohn. Die Korruptionsaffäre brachte König Juan Carlos in eine peinliche Lage. Der Monarch ging zunehmend auf Distanz zu dem Mann seiner jüngsten Tochter. Urdangarín wurde von allen offiziellen Terminen des Königshauses ausgeschlossen, in einem ungewöhnlichen Akt legte die Königsfamilie ihre Einkommen offen.

SDA/kpn

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