Sechs Schweizer sterben bei Verkehrsunfall in Schweden

Adelboden steht nach dem Unfalltod der jungen Männer unter Schock. Am Ski-Weltcup wurde eine Schweigeminute abgehalten.

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Auf der Fahrt auf einer Landstrasse im Norden Schwedens sind in der Nacht auf Samstag sechs Schweizer ums Leben gekommen, fünf von ihnen stammen aus Adelboden. Ihr Kleinbus stiess frontal mit einem Lastwagen zusammen.

Ein weiterer Schweizer habe den Unfall auf einer Landstrasse südöstlich von Kiruna verletzt überlebt, teilte das Aussendepartement (EDA) in Bern am Sonntag mit. Auch dieser junge Mann lebte im Berner Oberländer Dorf, wie die Gemeindebehörden am Sonntag bekannt gaben.

Grosse Betroffenheit

Aussenminister Ignazio Cassis sowie der Gemeinderat von Adelboden sprachen den Angehörigen der Opfer und des Verletzten ihr Beileid aus. Die Gemeindebehörde hat den betroffenen Familien ihre Hilfe angeboten.

Das Dorf Adelboden, in dem am Wochenende Weltcup-Skirennen ausgetragen wurden, stand nach der traurigen Nachricht unter Schock. Die Organisatoren der Weltcuprennen gaben auf ihrer Internetseite bekannt, sie seien von offizieller Seite über den Unfall in Schweden ins Bild gesetzt worden. «Wir sind tief betroffen und unsere Gedanken sind bei den Familien und Angehörigen. Wir drücken allen unsere tiefste Verbundenheit aus», schreiben sie.

Wie OK-Präsident Peter Willen auf blick.ch in einem Video sagte, verfügte das OK lange Zeit nicht über vollständige Informationen. Als nach und nach das Ausmass des Unglücks klar wurde, entschied sich das OK, nach der Siegerehrung eine Schweigeminute durchzuführen und den Anlass umgehend zu beenden.

Schon vor dem Ende der Rennen habe das OK die Verantwortlichen der Festzelte gebeten, nach dem Ende des Rennens keine Partymusik mehr zu spielen. Die Berner Kantonsregierung drückte in einer Twitter-Nachricht den Angehörigen der Unfallopfer sein Beileid aus.

Der Unfall hatte sich nach Angaben der schwedischen Polizei am Samstag auf einer Landstrasse in Nordschweden, in der Nähe der Stadt Kiruna, ereignet. Der Kleinbus mit den jungen Schweizer Männern an Bord prallte frontal mit einem Lastwagen zusammen. Die Unfallursache war zunächst nicht bekannt.

«Die Familien sind benachrichtigt, aber die offizielle Identifizierung der Opfer ist noch nicht abgeschlossen», sagt die schwedische Polizeisprecherin Maria Jakobsson. Die Verkehrsverhältnisse zum Unfallzeitpunkt seien schwierig gewesen.

Einheimische sprechen von «Todeskurve»

«Die Strasse war glatt, es war dunkel und der Wind blies in Orkanstärke», sagte die Sprecherin. Weitere Hinweise erhoffe man sich von Lastwagenfahrer und dem überlebenden Schweizer. «Die beiden Überlebenden stehen unter schwerem Schock.»

Der Unfall ereignete sich in der Nähe der Stadt Masugnsbyn. Wenige Stunden vor dem tragischen Unglück soll es am selben Ort bereits zu einem Unfall gekommen sein, wie «Aftonbladet» berichtete. Der Strassenabschnitt werde von den Einheimischen bisweilen als «Todeskurve» bezeichnet.

Zum Unfall kam es auf einem berüchtigten Strassenabschnitt bei Masugnsbyn. Karte: Google

«Hier kennt jeder diese Kurve und fährt sie mit 60 bis 70 Stundenkilometern.» Auswärtige dagegen würden die Tücken dieser Kurve nicht kennen und sich an die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 90 Stundenkilometern halten, erzählte Göran Lantto, ein Anwohner, in einem TV-Interview.

Er erwarte nun vom schwedischen Verkehrsministerium, dass endlich etwas unternommen werde, um die gefährliche Stelle sicherer zu machen.

Auf dem Heimweg aus den Ferien

Die Todesopfer seien alle in den 1990er Jahren geboren, sagte eine Sprecherin der schwedischen Polizei am Sonntag der Nachrichtenagentur DPA. Erste Informationen deuteten darauf hin, dass die Schweizer auf dem Rückweg von einem Skiurlaub in Schweden gewesen seien.

Der Lastwagen-Fahrer stehe unter Schock, sei aber nicht verletzt, teilte sein Arbeitgeber, das Bergbauunternehmen Kaunis Iron, am Samstag mit. Kiruna liegt oberhalb des nördlichen Polarkreises. In den dortigen Minen wird Eisenerz gewonnen.

(red/sda)

Erstellt: 13.01.2019, 15:18 Uhr

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