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Selbstmörder sprengte Mehrfamilienhaus in die Luft

Nicht eine technische Ursache hat zur Explosion eines Hauses in Pratteln BL geführt. Ein Mann der nicht mehr leben wollte, riss beinahe sieben weitere Menschen in den Tod.

Bagger und Umzugslaster: Das Mehrfamilienhaus im Längi-Quartier wenige Tage nach der Explosion.
Bagger und Umzugslaster: Das Mehrfamilienhaus im Längi-Quartier wenige Tage nach der Explosion.
Joël Gernet
Angehörige des Prattler Zivilschutzes beseitigten auf der Augsterheglistrasse Trümmer.
Angehörige des Prattler Zivilschutzes beseitigten auf der Augsterheglistrasse Trümmer.
Joël Gernet
Viele Schaulustige waren von dem Geschehen angezogen worden.
Viele Schaulustige waren von dem Geschehen angezogen worden.
newspictures
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Nach der Explosion in einem Mehrfamilienhauses in Pratteln vom 14. April 2012 hatte die Baselbieter Staatsanwaltschaft ein Expertengutachten in Auftrag gegeben. Die Sachverständigen stellten fest, dass die Gaszuleitungen der Liegenschaft dicht waren. Auch der Gasherd in der Unglückswohnung sowie dessen Zündsicherung hätten einwandfrei funktioniert.

Ein technischer Defekt als Explosionsursache könne somit ausgeschlossen werden, teilte die Staatsanwaltschaft heute mit. Bereits vor rund einem Monat haben die Experten eine Sprengstoffdetonation als Ursache für die Explosion ausgeschlossen.

Bewusste Manipulation im Vordergrund

Die Staatsanwaltschaft geht nun davon aus, dass eine bewusste Manipulation am Gasherd zur Explosion geführt hat. Als mögliches Motiv komme ein gescheiterter Suizidversuch in Frage. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft hat ein Strafverfahren gegen einen Bewohner der betroffenen Liegenschaft eröffnet. Nun werde geprüft, ob die Explosion fahrlässig oder vorsätzlich herbeigeführt wurde. Fahrlässigkeit könne gemäss Michael Lutz, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, zum Beispiel dann vorliegen, wenn sich der Bewohner mit Gas hätte ersticken wollen, den Versuch dann aber abgebrochen habe und die Explosion dann aus Versehen ausgelöst habe.

Die Gasexplosion im Längi-Quartier hatte insgesamt acht Verletzte gefordert. Vier Personen mussten längere Spitalpflege in Anspruch nehmen. Der Gesundheitszustand eines Verletzten galt zudem lange als kritisch. Unter den Verletzten war auch der mutmassliche Verusacher der Explosion. Inzwischen befindet sich keines der Explosions-Opfer mehr in Spitalpflege.

Nach der Explosion standen 357 Personen von verschiedensten Rettungsorganisationen im Einsatz. Auch sechs Katastrophenhunde waren im Einsatz und orteten die Verletzten in den Trümmern. Die Gemeinde war mit einem Führungsstab präsent, der dafür sorgte, dass Kleider und Essen verteilt und die in der Umgebung geborstenen 200 Fenster geflickt wurden.

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