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«Wir können niemanden mehr finden»

Nach dem Felssturz in Bondo werden noch immer acht Personen vermisst. Die Polizei rechnet mit dem Schlimmsten.

Die Suche nach den Vermissten wurde aufgegeben, die Aufräumarbeiten in Bondo gehen indes weiter. (26. August 2017) Video: Tamedia/Pia Wertheimer

Die nach dem Bergsturz von Bondo vermissten acht Personen sind von den herabstürzenden Felsmassen erfasst worden. Davon geht die Polizei aus. Die unterbrochene Suche wurde vorerst nicht wieder aufgenommen. «Wir haben alle möglichen Mittel eingesetzt, und trotzdem keinen der Vermissten gefunden. Wir können niemanden mehr finden», so Andrea Mittner, Einsatzleiter der Polizei vor den Medien. «Nun geht es darum, die Sicherheitsvorkehrungen fortzuführen.» Die Staatsanwaltschaft prüft, ob vor dem Unglück genügend auf die Gefahr hingewiesen wurde.

Bedrohliche Gesteinsmassen: Eine weitere Million Kubikmeter  könnte jederzeit vom Piz Cengalo abbrechen.
Bedrohliche Gesteinsmassen: Eine weitere Million Kubikmeter könnte jederzeit vom Piz Cengalo abbrechen.
AFP
Erneuter Murgang: Schlammlawine in Bondo. (25. August 2017)
Erneuter Murgang: Schlammlawine in Bondo. (25. August 2017)
Miguel Medina, AFP
Wenige Tage später: Die Gegend liegt unter einer dicken Schicht Geröll.
Wenige Tage später: Die Gegend liegt unter einer dicken Schicht Geröll.
Giancarlo Cattaneo, Keystone
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Im Laufe der Ermittlungen habe es sich bewahrheitet, dass die Vermissten im hinteren Teil des Val Bondasca vom Felssturz erfasst worden seien, sagte Polizeisprecher Roman Rüegg am Mittag im Bergell vor den Medien. Es handelt sich um vier Deutsche aus Baden-Württemberg, zwei Personen aus der Steiermark in Österreich und zwei Berggänger aus dem Kanton Solothurn. Rüegg wies darauf hin, dass die Felsmassen gemäss Experten mit einer Geschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde vom Berg stürzten.

Bergsturz in Bergell: So zeigt sich Bondo am Samstagmorgen. (Video: Tamedia)

Die Suche nach den verschollenen Bergwanderern wurde eingestellt. «Man hat alles Mögliche ausgeschöpft, um diese Vermissten zu finden», sagte Polizeisprecherin Sandra Scianguetta von der Kantonspolizei Graubünden in Chur der Deutschen Presse-Agentur. «Man hat jetzt entschieden, dass die Suche nach den Vermissten aufgegeben wird.»

Weitere Felsabbrüche und Murgänge erwartet

Im betroffenen Gebiet ist mit weiteren Felsabbrüchen und Murgängen zu rechnen. «Wir haben im Val Bondasca Beobachtungsposten postiert. Damit haben wir eine Vorwarnzeit für die noch immer möglichen Murgänge oder Felsabstürze», so Mittner. Die Kantonspolizei Graubünden schrieb bereits zuvor in einer Medienmitteilung, dass alle Einsatzkräfte nach wie vor im Einsatz stünden.

Nach einem erneuten Murgang, der am Freitagnachmittag das Dorf Bondo streifte, wurden die Rettungs- und Aufräumarbeiten eingestellt. Am Samstagmorgen wurden nur «nötigste Sicherungsarbeiten» unten im Tal vorgenommen.

Am Mittwochvormittag hatte sich eine gewaltige Felsmasse vom 3369 Meter hohen Piz Cengalo, der an der Grenze zu Italien steht, gelöst. Vier Millionen Kubikmeter Gestein donnerten ins Val Bondasca, einem Seitental des unteren Bergells.

(SDA)

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