Sieben Festnahmen bei Razzia gegen Rockergruppe

In sechs deutschen Bundesländern hat die Polizei Räumlichkeiten der türkisch-nationalistischen «Osmanen Germania» durchsucht. Mehr als Tausend Beamte suchten nach Waffen, Drogen und anderen Beweismitteln.

Koordinierte Aktion im Rocker-Milieu: Polizisten im Einsatz im hessischen Dietzenbach. (9. November 2016)

Koordinierte Aktion im Rocker-Milieu: Polizisten im Einsatz im hessischen Dietzenbach. (9. November 2016) Bild: Susann Prautsch/Keystone

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Grossrazzia mit Elitepolizisten bei den «Osmanen Germania»: Weit mehr als tausend Sicherheitsbeamte haben am Mittwoch Räume der türkisch-nationalistischen Rockergruppierung in sechs deutschen Bundesländern durchsucht und sieben Verdächtige festgenommen.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) nannte die vom hessischen Landeskriminalamt koordinierte Aktion unter Federführung der Staatsanwaltschaft Darmstadt «einen sorgfältig geplanten Schlag gegen die organisierte Kriminalität».

Handgranatenanschlag in Shishacafé

Die Polizisten, darunter auch Spezialeinheiten, nahmen bei der Razzia mehr als 40 Objekte der «Osmanen Germania» in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg ins Visier. Dabei wurden insgesamt sieben Verdächtige festgenommen.

Im Zuge der Razzia suchten die Ermittler nach Beweismitteln wie Waffen, Munition, Betäubungsmitteln und schriftlichen Unterlagen über illegale Geschäfte der «Osmanen Germania».

Im hessischen Dietzenbach nahm die Polizei zwei 21-jährige Männer und im saarländischen Homburg den 28-jährigen Präsidenten der «Osmanen Saar» fest, wie das saarländische Innenministerium mitteilte. Die drei Verdächtigen sollen für einen Handgranatenanschlag vor einem Shishacafé in Saarbrücken von Anfang August verantwortlich sein.

Aus der Türkei importiert

Der Anschlag war der Höhepunkt einer Auseinandersetzung zwischen den «Osmanen Germania» und der konkurrierenden kurdischen Rockergruppierung «Bahoz». Der Sprengsatz vor dem zuvor von «Bahoz«-Rockern besuchten Café war explodiert, nachdem mutmassliche «Bahoz«-Angehörige in Saarbrücken zwei Mitglieder der «Osmanen» attackiert und verletzt hatten.

Konflikte zwischen den «Osmanen Germania» und der kurdischen «Bahoz«-Gruppierung bereiten den deutschen Sicherheitsbehörden bereits seit einiger Zeit Sorgen. Ihnen wird vorgeworfen, den aktuellen politischen Kampf in der Türkei auch in Deutschland mit Gewalt auszutragen.

Beide Gruppen werden von den deutschen Sicherheitsbehörden als rockerähnliche Gruppierungen eingestuft. In Auftreten und Struktur ähneln sie Rockerorganisationen wie den «Hells Angels», bei ihnen spielen Motorräder aber keine Rolle. Die «Osmanen Germania» bezeichnen sich als Boxclub. (bee/sda)

Erstellt: 09.11.2016, 15:41 Uhr

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