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Sieg für die Graffitikünstler

Ein Immobilienbesitzer muss Sprayer entschädigen. Die Graffiti «5Pointz» in New York hätten nicht entfernt werden dürfen.

Das Mekka für Sprayer: «5Pointz» im New Yorker Stadtteil Queens war ein Magnet für Besucher und Sprayer aus aller Welt.
Das Mekka für Sprayer: «5Pointz» im New Yorker Stadtteil Queens war ein Magnet für Besucher und Sprayer aus aller Welt.
PD
Ist das jetzt legal oder nicht? Über 20 Jahre sprayten die Künstler hier mit der Erlaubnis des Unternehmers.
Ist das jetzt legal oder nicht? Über 20 Jahre sprayten die Künstler hier mit der Erlaubnis des Unternehmers.
PD
Bezahlte Graffiti: Die Jury empfahl, 21 Künstler zu entschädigen. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Richter.
Bezahlte Graffiti: Die Jury empfahl, 21 Künstler zu entschädigen. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Richter.
PD
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Tourbusse aus Manhattan fuhren Massen an Touristen nach Long Island City, einem Stadtviertel im New Yorker Stadtbezirk Queens. «5Pointz» wurde zu einer bekannten Graffitistelle, die Besucher und Künstler aus aller Welt anlockte. Der Immobilieninvestor Jerry Wolkoff erlaubte den Sprayern während über 20 Jahren die rund 19'000 Quadratmeter grossen Wände vollzusprayen.

Die Industrieanlage wurde von über 200 Künstlern zu günstigen Konditionen gemietet. Und die Aussenseite der Anlage wurde ständig mit neuen farbigen Kunstwerken versehen. Bis der Unternehmer entschied, die Gebäude endgültig abzureissen. Bevor er die Mauern 2014 einreissen lies, ordnete er an, diese mit weisser Farbe zu übertünchen. So wollte er allen – sich selbst mit eingeschlossen – den Schmerz ersparen, zu sehen, wie die bemalten Mauern einstürzten, wie er zu amerikanischen Medien sagte. «Ich weiss, Menschen lachten über mich, aber ich weinte», sagte Wolkoff.

Als Reaktion verlangten die empörten Künstler nun Schadenersatz, da sie keine Zeit gehabt hätten, um die Werke zu retten. «Ich hätte nie gedacht, dass sie mich verklagen – sie bissen in die Hand, die sie ernährt hat», sagte Wolkoff. Er habe die Künstler respektiert und immer wieder daran erinnert, dass er die Häuser eines Tages durch neue Gebäude ersetzen werde.

Diese Woche kam die Jury zum Schluss, dass mehr als die Hälfte der 49 zerstörten Werke als Kunst gälten. Deshalb hätten die Sprayer Anrecht auf Schadenersatz. Was weiter geschehen wird, liegt bei dem Richter.

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