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«So ein Unfall könnte auch in der Schweiz passieren»

Raserei auf Schienen: Um ein Haar wäre in der Schweiz ein ähnlicher Unfall wie in Spanien passiert. Lokführer-Präsident Hubert Giger war dabei. Er erzählt über das Erlebte und was seither geschehen ist.

Olivia Raths
«Die SBB müssen mehr auf die Lokführer hören»: Hubert Giger, Lokomotivführer und Präsident des Verbandes Schweizer Lokomotivführer und Anwärter (VSLF).
«Die SBB müssen mehr auf die Lokführer hören»: Hubert Giger, Lokomotivführer und Präsident des Verbandes Schweizer Lokomotivführer und Anwärter (VSLF).
Ueli Meier

Herr Giger, kann ein Unfall wie diese Woche in Spanien auch in der Schweiz passieren?

Grundsätzlich ja. Beinahe wäre es im Sommer 2010 zu einem ähnlichen Unfall gekommen. Ein Intercity-Doppelstockzug von Zürich nach Genf fuhr mit 140 statt der erlaubten 95 Kilometern pro Stunde in eine Kurve am Ende des Bahnhofs Vauderens im Kanton Fribourg und entgleiste beinahe. Ich war damals als Passagier unterwegs. Es wirkten unglaubliche Fliehkräfte, und ich dachte: Jetzt ist es fertig. Bilder meines Lebens zogen an mir vorbei. Viele Leute fielen um, die Minibar kippte auf einen von ihnen und die Stühle folgen im Speisewagen umher. Doch wie durch ein Wunder blieb der Zug auf der Schiene. Es gab Leichtverletzte.

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