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So feiern die Superreichen an der Côte d'Azur

Luxus-Dienstleister lassen reichen Feriengästen in Südfrankreich fast keinen Wunsch offen. Nur eine Grenze kennen sie.

Exklusive Adresse: Das Carlton Hotel in Cannes.
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Reuters
Romantische Ferien: Australiens reichster Mann, Medienmogul James Packer und seine Frau Erica Baxter in Antibes.
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Reuters
Luxus pur: Das Martinez Hotel in Cannes ist eine der top Anlaufstellen.
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Reuters
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Die ausgefallensten Wünsche sind gar kein Problem: Ein spektakuläres Riesenfeuerwerk zum Geburtstag? Oder die Lieferung von 200 Flaschen Champagner binnen weniger Minuten, um den Whirlpool auf der schicken Jacht aufzufüllen? Die Luxus-Hausdienste an der französischen Côte d'Azur machen fast alles möglich, und das Geschäft brummt: Seit dem vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Dienstleister im renommierten Ferienort Saint-Tropez verdreifacht. Schon längst sind nicht mehr nur Nobelhotels, sondern auch immer mehr Privatleute mit dem nötigen Kleingeld die Kundschaft.

Die Gesellschaft UUU – «Ultimativer Luxus für Sie und nur für Sie» – hat als eines der ersten Unternehmen in Frankreich diese Dienste ab 2003 angeboten. Inzwischen zählt die Firma etwa 4000 Kunden, von denen knapp drei Viertel Ausländer sind, und einen Umsatz von mehreren Millionen Euro, «der sich jedes Jahr verdoppelt», wie der Gründer und Chef Zachary Chanou verrät.

Ab 7000 Euro Monatslohn ist man dabei

Zielgruppe sind «Geschäftsfrauen und Geschäftsmänner, die wenig Zeit haben und zwischen 7000 und 30'000 Euro im Monat verdienen». Der 35-Jährige hat wegen des Erfolgs inzwischen einen Ableger nur für Spitzensportler gegründet. Seit Januar hat er 400 Mitglieder allein dafür gewonnen, die meisten sind Fussballspieler.

Reiche Kunden, aber nicht reich genug, um sich festangestellte Kammerdiener oder Hausbedienstete zu leisten, sind die Kundschaft der Luxusdienstleister. Das jedenfalls meint Bruno Aubry, Autor des Buches «Milliardäre der Küste». Ihm zufolge haben die Firmen eine Kundschaft im Visier, die sich problemlos einen Jahresbeitrag etwa für UUU zwischen 800 und 28'000 Euro leisten kann.

Neureiche Russen als Klientel

Auf neureiche Russen hat sich Anastasia Dorochew mit ihrer Agentur «Stratagem Events» spezialisiert. Sie organisiert bevorzugt grossangelegte Rollenspiele – nach Drehbuch, mit Stunts und überraschenden Wendungen. Doch sie warnt auch vor Betrug in dem Geschäft: In diesem Sommer, erzählt sie, habe ein russischer Kunde einen Kostenvoranschlag für ein Feuerwerk von einer halben Stunde in Saint-Tropez eingeholt.

Als der Betrag weit über 10'000 Euro liegen sollte, reagierte er empört, denn voriges Jahr hatte er weniger bezahlt. Bei genauerer Prüfung des Angebots aus dem Vorjahr stellte sich dann heraus: Dem Kunden war damals das städtische, öffentliche Feuerwerk des noblen Küstenstädtchens als sein Privatvergnügen teuer verkauft worden.

Surfbegleitung für Alte

Auch ausgefallenere Wünsche bedienen die Luxus-Conciergeries, wie sie in Frankreich genannt werden, gerne. So kümmerte sich Johanna Dutardre, die Chefin von «Seltene Perlen», um einen älteren Kunden. Der wollte trotz seines Alters gerne surfen und suchte nach einem Begleiter, der vorsichtshalber hinter seinem Surfbrett herschwimmen sollte, um ihn notfalls zu retten.

Natürlich besorgte die «Perle» einen solchen Kammerdiener. Für 10'000 Euro wurden auch die beiden Lieblingshunde eines Kunden aus den USA nach Südfrankreich gebracht. Sogar ein Smoking, den ein Kunde im Zug vergessen hatte, wurde eilends wieder besorgt.

Keine illegalen Geschäfte

Alle Luxus-Dienstleister haben noch etwas gemeinsam: Sie versichern einmütig, weder Drogen noch Prostituierte zu vermitteln. Illegale Geschäfte lehnen sie ab. Allerdings dürfte manchem Firmenchef der eine oder andere Kundenwunsch so vorkommen, als ob er träume: So bestellte ein reicher Engländer zu seiner 50. Geburtstagsparty rund 30 lebende Pinguine. Die Kosten für die Aktion – die Pinguine mussten mit einer speziellen Einrichtung bei minus einem Grad Celsius präsentiert werden – lagen bei 17'000 Euro: «Nur» zwanzig Prozent der Gesamtausgaben für das rauschende Geburtstagsfest.

AFP/miw

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