So teuer wird die Tour de France in Bern

Drei Tage lang pedalen die Radstars 2016 rund um Bern. In der Hauptstadt hat man nun eine Kostenschätzung gemacht.

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Vom 18. bis 20. Juli gastiert mit der Tour de France das grösste Radrennen der Welt in Bern. Während sich Hoteliers und Touristiker bereits die Hände reiben, stehen manche Politiker dem Grossanlass kritisch gegenüber. Die Grossräte Simone Machado Rebmann (GPB-DA, Bern) und Michel Seiler (Grüne, Trubschachen) wollten vom Regierungsrat wissen, wie teuer der Tourstopp den Kanton Bern zu stehen kommt und welche Zusicherungen er bereits gemacht habe.

Als Argument für ihre kritische Haltung nennen sie etwa die pro­gnostizierten Kosten für das dreitägige Tour-de-France-Gastspiel in Düsseldorf im Jahr 2017 von über 11 Millionen Euro.

Gemäss der Antwort der Volkswirtschaftsdirektion seien im Kanton Bern nicht mit solch hohen Kosten zu rechnen. Der Regierungsrat schätzt diese aber auf über eine Millionen Franken. Zwar seien die nötigen Abklärungen noch nicht abgeschlossen.

Als Referenz würden sich aber die Zahlen vom Etappenort Pruntrut aus dem Jahr 2012 eignen. «Dort beliefen sich die Aufwendungen des Kantons Jura auf 950 000 Franken», schreibt der Regierungsrat. Aufgrund der längeren Strecke im Kanton Bern würden die Kosten für die Sicherung vermutlich aber höher ausfallen. Die Kreditvorlage soll voraussichtlich im März in den Grossen Rat kommen.

Beteiligung am «Handgeld»

Auch wenn die Gesamtkosten für den Kanton noch nicht klar sind, hat dieser der Stadt Bern bereits einen Beitrag von 300 000 Franken an die Bewerbung zugesichert. Weitere Verpflichtungen seien nicht eingegangen worden, da die Stadt Vertragspartner mit den Veranstaltern der Tour sei und nicht der Kanton. So werde sich Letzterer auch nicht an den Begleitevents beteiligen.

Damit die Tour de France überhaupt in Bern haltmacht, muss die Stadt rund 700'000 Franken an die Organisatoren bezahlen. Neben den 300 000 Franken des Kantons beteiligt sich die Stadt mit 100'000 Franken an diesem Betrag. «Die restlichen 300'000 Franken werden von Sponsoren übernommen», sagt Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP). Dabei handle es sich um Hotellerie Bern + Mittelland und die Swisscom.

Vom Gemeinderat bereits bewilligt seien weitere 100'000 Franken für Sicherheit und Verkehr. «In diesen Beträgen nicht eingeschlossen sind die Kosten für das Rahmenprogramm. Wir werden dem Stadtrat dafür noch einmal rund 300'000 Franken beantragen», so Tschäppät. Zudem sei vorgesehen, dass sich auch an den Kosten der Nebenevents Sponsoren beteiligten.

Den Ausgaben gegenüber steht die Wertschöpfung und die Werbewirkung. Bereits haben die Tourorganisatoren für zwei Nächte 1500 der gut 2000 städtischen Hotelzimmer reserviert. Hinzu kommen Buchungen von Medienschaffenden, dem Werbetross und der Zuschauer.

Erstellt: 22.12.2015, 08:21 Uhr

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