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So trocknet Europa aus

Die Auswirkungen der Hitze und der fehlenden Niederschläge sind sogar aus dem All sichtbar. Die Brandgefahr nimmt weiter zu.

Wegen Munitionsresten aus dem Zweiten Weltkrieg musste ein Löschpanzer eingesetzt werden. (Archiv)
Wegen Munitionsresten aus dem Zweiten Weltkrieg musste ein Löschpanzer eingesetzt werden. (Archiv)
DPA/Bodo Marks, Keystone
In der schlimmsten Brandkatastrophe des 21. Jahrhunderts starben 83 Menschen durch Feuer in der Nähe von Athen. (23. Juli 2018)
In der schlimmsten Brandkatastrophe des 21. Jahrhunderts starben 83 Menschen durch Feuer in der Nähe von Athen. (23. Juli 2018)
Angelos Tzortzinis, AFP
Auch viele Felder sind ausgetrocknet. (26. Juli 2018)
Auch viele Felder sind ausgetrocknet. (26. Juli 2018)
Melanie Duchene, Keystone
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«Die Bilder sind eindrücklich», sagt Roger Perret von Meteonews zum Vorher-Nachher-Vergleich von Redaktion Tamedia. Aufnahmen von Nasa-Satelliten vom 6. Mai und vom 26. Juli zeigen, wie braun Europa und die Schweiz aufgrund der anhaltenden Hitze und des Regenmangels geworden sind.

Slider hin und her schieben: Blick auf Europa am 6. Mai und 26. Juli. (Bilder: Nasa)

Am schlimmsten sei die Trockenheit in Südskandinavien, in Teilen Deutschlands, Polens und dem Baltikum. «Wiesen und Felder sind in den letzten Wochen braun geworden», sagt der Meteorologe. Seit April habe es gegenüber dem langjährigen Mittel viel weniger geregnet. «Dazu ist es deutlich wärmer als in anderen Jahren.»

Das gilt auch für die Schweiz: Hierzulande ist es so trocken wie lange nicht mehr. Die Pegel von Seen erreichen historische Tiefststände, und auch bei Abflüssen anderer Gewässer werden neue Tiefstwerte verzeichnet. «Wenn das so weitergeht, erwarte ich Einschränkungen bei der Bewässerung auf den Feldern oder in den Gärten», sagt Perret. Ein Problem seien die hohen Temperaturen auch für die Fische: «Ab 25 Grad Wassertemperatur wird es für viele Arten kritisch.» Die Behörden versuchten daher, Gewässer abzufischen, um die Fische zu retten.

Slider hin und her schieben: Blick auf die Schweiz am 6. Mai und 26. Juli. (Bilder: Nasa)

Die anhaltende Trockenheit hat in mehreren Regionen zu Grossbränden geführt. In Deutschland ist ein Waldbrand im Raum Brandenburg mittlerweile unter Kontrolle. Wegen Munitionsresten aus dem Zweiten Weltkrieg war die Feuerwehr mit einem Löschpanzer im Einsatz. In Schweden lässt die Regierung sogar Bomben auf die Brandherde werfen, um dem Feuer Sauerstoff zu entziehen. In Griechenland mussten Bewohner in der Nähe von Athen ins Meer fliehen, um den Flammen zu entgehen. Über 80 Menschen starben bei den tödlichsten Bränden in diesem Jahrhundert.

Auch in der Schweiz ist die Brandgefahr hoch. In weiten Teilen des Landes wurden Feuerverbote in Wäldern oder sogar im Freien ausgesprochen. Mehrere Städte verzichten wegen der Trockenheit auf Feuerwerk am 1. August. Und es ist keine Entspannung in Sicht: «Es bleibt weiterhin sehr heiss und trocken», sagt Perret von Meteonews. Eine Änderung der Hochdrucklage sei frühestens übernächste Woche zu erwarten. «Aber die Datenlage ist noch sehr unsicher, es kann auch bis Ende August weiter trocken bleiben.»

Karte Waldbrandgefahr des Bundes. Gelb: mässige Gefahr; orange: erheblich; rot: gross; grau: Feuerverbot im Wald; schwarz: Feuerverbot im Freien.
Karte Waldbrandgefahr des Bundes. Gelb: mässige Gefahr; orange: erheblich; rot: gross; grau: Feuerverbot im Wald; schwarz: Feuerverbot im Freien.

Wer Abkühlung sucht, muss ziemlich hoch in die Berge. Die Nullgradgrenze bleibt bei über 4000 Meter. «Im Flachland kann man in den nächsten Tagen hingehen, wo man will: Es ist überall heiss», sagt Perret. Am Samstag dürfte es nur im Westen knapp unter 30 Grad warm werden, sonst erwartet der Meteorologe überall höhere Temperaturen. Vereinzelte Gewitter könnten höchstens lokal etwas Abkühlung bringen. Für Ausflüge am Wochenende empfiehlt Perret schattige Wälder an Nordhängen, da sei das Klima am angenehmsten.

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