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Soldaten posieren mit Hitlergruss und Hakenkreuz

Auf einem Foto sind Schweizer Armeeangehörige auf dem Waffenplatz in Wangen an der Aare mit Hakenkreuz und Hitlergruss zu sehen. Die Militärjustiz hat sich eingeschaltet.

Eine Gruppe Soldaten bereitet der Schweizer Armee Negativschlagzeilen. (Symbolbild)
Eine Gruppe Soldaten bereitet der Schweizer Armee Negativschlagzeilen. (Symbolbild)
Keystone

Die Militärpolizei und die Militärjustiz untersuchen einen Vorfall mit einem Hakenkreuz und Hitlergruss von Schweizer Armeeangehörigen. Das Foto, das die Untersuchung auslöste, war dem «SonntagsBlick» zugespielt worden. Es zeigt ein in den Schnee gestampftes Hakenkreuz und daneben sechs Personen in Militäruniform, die den Hitlergruss zeigen.

«Blick» postete das Foto auch auf Twitter.

Die Armee wurde am Samstag vom «SonntagsBlick» darüber informiert, wie Armeesprecher Christoph Brunner auf Anfrage erklärte. In der Zwischenzeit habe die Militärpolizei Ermittlungen aufgenommen.

Untersuchung eröffnet

Zusätzlich hat der Pikett-Untersuchungsrichter der Militärjustiz eine Untersuchung eröffnet, wie Sprecher Tobias Kühne auf Anfrage erklärte. Zusammen mit der Militärpolizei werde abgeklärt, wer auf dem Foto abgelichtet sei und wo der Vorfall stattgefunden habe. Danach werde das weitere Vorgehen bestimmt.

Der «SonntagsBlick» schreibt in seiner Meldung, dass es sich um den Waffenplatz Wangen an der Aare handle, was derzeit weder Militärjustiz noch Armeesprecher bestätigen.

Die Armee dulde keine Form von Extremismus und auch keine extremistischen Symbole und Gesten, erklärte Brunner weiter. Auf der Webseite der Armee heisst es denn auch, dass eine «Null-Toleranz-Strategie» gelte.

Doch sie ist auch realistisch: Extremismus stelle ein gesamtgesellschaftliches Problem dar. «Die Schweizer Armee ist als Milizarmee ein Abbild der Gesellschaft, und da ist es realistischerweise nie ganz auszuschliessen, dass Einzelfälle extremistischer Geisteshaltungen auftreten können.»

Fachstelle für Extremismus

Um extremistische Tendenzen rasch zu erkennen, hat die Armee 2002 die Fachstelle Extremismus aufgebaut. Sie dient als Anlaufstelle für Armeeangehörige jeglichen Grades und Funktion sowie Kantons- und Gemeindebehörden sowie Bürgerinnen und Bürger.

Aktuelle Zahlen zum Jahr 2016 sind noch nicht vorhanden. 2015 wurden gemäss Tätigkeitsbericht 34 Anfragen und Fälle gemeldet mit 44 identifizierten Personen. Rund 60 Prozent betrafen Rechtsextremismus, 30 Prozent dschihadistisch motivierten Extremismus und 10 Prozent Linksextremismus.

Gegen Armeeangehörige, die des Extremismus verdächtigt werden, können gemäss Armee in der Regel nur administrative Massnahmen ergriffen werden, wenn sie straffällig werden, wenn Strafuntersuchungen gegen sie im Gange sind oder wenn sie während Militärdienstleistungen strafbare Handlungen begehen.

SDA/mib

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