Zum Hauptinhalt springen

Spanien trauert um die Toten von Santiago de Compostela

Bei einem Gottesdienst nahmen zahlreiche Menschen Abschied von den Opfern des Zugunglücks, auch Ministerpräsident Rajoy und Kronprinz Felipe. Der Lokführer wurde unter Auflagen aus der U-Haft entlassen.

Nimmt Anteil: Der spanische Kronprinz Felipe kondoliert den Angehörigen. (29. Juli 2013)
Nimmt Anteil: Der spanische Kronprinz Felipe kondoliert den Angehörigen. (29. Juli 2013)
AFP

Kronprinz Felipe kam und auch Ministerpräsident Rajoy: Spanien trauert um die Toten von Santiago de Compostela. Die Ursache des verheerenden Zugunglücks ist noch immer nicht geklärt.

Nach der Zugkatastrophe im Norden Spaniens haben Hunderte Menschen am Montagabend der 79 Toten gedacht. An einem Gottesdienst in der Kathedrale von Santiago de Compestela nahmen auch der spanische Kronprinz Felipe und Ministerpräsident Mariano Rajoy teil. Die Ursache des verheerenden Unglücks ist weiter unklar. Gegen Lokführer Francisco José Garzón wird inzwischen offiziell wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Eine Untersuchung der Blackbox des Unglückszugs soll die Frage klären, warum er nicht rechtzeitig bremste.

«Katastrophaler Schlag»

Das Unglück hatte sich am Mittwochabend ereignet. Den Ermittlungen zufolge fuhr der Schnellzug mit 223 Menschen an Bord doppelt so schnell wie erlaubt in eine Kurve bei Santiago de Compostela, er entgleiste und stürzte um. Das Unglück sei ein «katastrophaler Schlag» gewesen, sagte Erzbischof Julian Barrio bei dem Gedenkgottesdienst. «Wir haben alle gelitten.»

Die Ermittlungen zur Unfallursache konzentrieren sich auf den Lokführer. «El Pais» berichtete, Garzón habe vor dem Ermittlungsrichter erklärt, dass der Zug zu schnell unterwegs gewesen sei, er jedoch kurz nicht aufgepasst habe. Eine Sprecherin des Gerichts sagte, Beamte hätten vor der Aussage Garzóns Anrufe und Nachrichten auf seinem Handy überprüft. Weitere Details nannte sie nicht.

Lokführer in Klinik behandelt

Ermittlungsrichter Luis Alaez entliess den Zugführer am späten Sonntagabend aus der Untersuchungshaft, ohne eine Kaution zu verlangen. In einer Mitteilung hiess es zur Begründung, es bestehe keine Fluchtgefahr und auch kein Risiko, dass der Verdächtige Beweismittel vernichten könnte.

Garzón muss den Angaben zufolge einmal pro Woche vor Gericht erscheinen und darf Spanien nicht ohne Erlaubnis verlassen. Seine Zugführerlizenz musste der 52-Jährige nach der etwa zweistündigen Gerichtsanhörung vorläufig abgeben. Der Lokführer war zuvor in einer Klinik behandelt worden.

Die Opferzahl war am Sonntag auf 79 gestiegen, nachdem ein US-Bürger seinen Verletzungen erlegen war. 70 Verletzte wurden am Wochenende noch immer in Krankenhäusern behandelt, 22 von ihnen befanden sich in einem ernsten Zustand. Für Montagabend war ein Gedenkgottesdienst in Santiago de Compostela geplant. Neben Angehörigen der Opfer wollte auch die spanische Königsfamilie und Ministerpräsident Mariano Rajoy an der Messe teilnehmen.

sda/AP/fko

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch