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Staatsanwalt: Gift-These steht im Vordergrund

Nach dem mysteriösen Delfinsterben im Connyland werden die verbleibenden Tiere nun bewacht. Die Spekulationen schiessen ins Kraut. Der Staatsanwalt geht vor allem dem Hinweis des Veterinärs nach.

Rätseln über mysteriöses Delfinsterben im Connyland: Staatsanwalt Patrick Müller und Sigrid Lüber von Oceancare zur Vermutung, die Delfine könnten vergiftet worden sein. (Video: Keystone)

Nach dem Tod der Delfine «Shadow» und «Chelmers» rechnet die Staatsanwaltschaft frühestens in vier Wochen mit einem Ergebnis. Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagte Staatsanwalt Patrick Müller heute der Nachrichtenagentur sda. Die beiden toten Delfine würden genau untersucht. «Es wird auch explizit nach Gift gesucht», sagte Müller.

Gegenüber Keystone gab Müller die Einschätzung des Tierarztes wieder (siehe Video): Die Symptome der beiden Todesfälle wiesen auf eine Vergiftung hin. Es gehe nun prioritär darum herauszufinden, ob die Meeressäuger tatsächlich an Gift gestorben sind oder nicht.

Mitarbeiter des Connyland hatten am Sonntagnachmittag bemerkt, dass es dem 30-jährigen Delfinmännchen «Chelmers» plötzlich schlecht ging. Sie riefen einen Tierarzt. Dieser konnte aber den Tod des Delfins nicht mehr verhindern. Bereits am vergangenen Dienstag war der achtjährige «Shadow» mit den gleichen Symptomen im Delfinbecken in Lipperswil ganz unerwartet gestorben. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen kann nicht ausgeschlossen werden.

Spekulationen vermeiden

Dem Verdacht der Betreiber des Freizeitparks und diverser Medien, militante Tierschützer könnten etwas mit dem Tod der Delfine zu tun haben, gibt Müller keine zusätzliche Nahrung. «Es bringt nichts, Spekulationen zusätzlich anzufachen», sagt der Staatsanwalt.

Neben den toxikologischen Abklärungen von Blut, Gewebeproben, Urin und Mageninhalt der toten Delifne, werden auch das Wasser des Delfinbeckens und das Futter der Tiere in einem externen Labor untersucht. Ausserdem werden von der Polizei Mitarbeiter und Nachbarn des Connylands befragt.

Delfine bewacht

Derweil werden die drei verbleibenden Delfine im Connyland rund um die Uhr überwacht. «Wir wollen unsere Tiere schützen», sagte Connyland-Sprecher Erich Brandenberger.

Das Delfinarium hat derzeit Winterpause und ist geschlossen. Die Frage wie es im kommenden Frühjahr mit der Delfin-Show im Connyland weitergehen soll, stelle sich im Moment nicht, sagte Brandenberger: «Wir wollen zuerst die Ursache für den Tod der beiden Tiere herausfinden.»

Importverbot für Delfine gefordert

Das Connyland, das letzte Delfinarium der Schweiz, stand wegen seiner Delfinhaltung schon seit einiger Zeit in der Kritik. «ProWal» und das «Wal- und Delfinschutz-Forum» (WDSF) hatten vergangene Woche einen Zusammenhang des ersten Delfintods mit einer Techno-Party im Connyland vermutet.

Sie übten Kritik am Veterinäramt des Kantons Thurgau, weil dieses die Techno-Party nicht verboten habe. Die Bündner Nationalrätin Brigitta Gadient (BDP) hat im Parlament einen Vorstoss eingereicht. Sie will, dass die Schweiz den Import von Delfinen verbietet.

Auch die Organisation «OceanCare» unterstützt die Forderung eines Importverbots. Nur so lasse sich der «Missbrauch von Show-Delfinen wirksam unterbinden», schrieb OceanCare. Die Organisation will am kommenden Donnerstag in Bern eine von 77'500 Tierfreunden unterzeichnete Petition einreichen.

SDA/rub

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