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Starker Wind facht Waldbrände an

Bei einem Waldbrand in Katalonien im Nordosten Spaniens sind vier Menschen ums Leben gekommen. Die Feuerwehr kann keine Löschhelikopter einsetzen. Auch in Italien und Kroatien brennen Wälder.

Wegen dem starken Wind können keine Löschhelikopter eingesetzt werden: Ein Feuerwehrmann nahe La Junquera nahe der Grenze zu Frankreich. (23. Juli 2012)
Wegen dem starken Wind können keine Löschhelikopter eingesetzt werden: Ein Feuerwehrmann nahe La Junquera nahe der Grenze zu Frankreich. (23. Juli 2012)
AFP
Das Feuer war an verschiedenen Orten in der Region Katalonien ausgebrochen: Rauch steigt zwischen den Bäumen in Llers herauf. (23. Juli 2012)
Das Feuer war an verschiedenen Orten in der Region Katalonien ausgebrochen: Rauch steigt zwischen den Bäumen in Llers herauf. (23. Juli 2012)
Keystone
Auch viele Häuser sind betroffen: Feuerwehrmänner versuchen, ein Haus zu retten. (22. Juli 2012)
Auch viele Häuser sind betroffen: Feuerwehrmänner versuchen, ein Haus zu retten. (22. Juli 2012)
AFP
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Waldbrände im Nordosten Spaniens haben bereits vier Menschen das Leben gekostet. Auf der Flucht vor den Flammen kamen am Sonntag ein Franzose und eines seiner drei Kinder ums Leben, als sie von einer etwa 20 Meter hohen Klippe ins Meer stürzten. Das Drama ereignete sich Portbou an der Grenze zu Frankreich.

Der 60-jährige Vater sei auf Felsen aufgeschlagen und sofort tot gewesen, die 15-jährige Tochter ertrunken, sagte Vizebürgermeisterin Elisabet Cortaba. Die Mutter habe sich eine Rückenverletzung zugezogen und befinde ich in kritischem Zustand. Der Sohn und die andere Tochter hätten keine lebensgefährlichen Verletzungen erlitten, sagte Cortaba.

Flucht Richtung Strand

Unklar war, ob die Familiemitglieder von der Klippe gesprungen oder gestürzt waren. Einige Augenzeugen hätten berichtet, die Franzosen «hätten sich hinuntergestürzt», andere hingegen hätten gesagt, «sie seien gefallen», sagte der Hafenmanager von Portbou, Tony Buixeda.

Die Franzosen und rund 150 weitere Touristen hatten am Sonntagabend wegen der Flammen ihre Fahrzeuge verlassen müssen und waren hangabwärts in Richtung Strand geklettert, wie Cortaba sagte. Die Franzosen seien vom Rest der Gruppe getrennt worden und hätten die Klippe erreicht. Dort habe es angesichts der heranrückenden Flammen nur einen einzigen Ausweg gegeben, sagte Cortaba.

Bei den am Sonntag ausgebrochenen Bränden in der Region Katalonien kamen bisher mindestens zwei weitere Menschen ums Leben, darunter ein Mann, der beim Löschen der Flammen um sein Haus einen Herzanfall erlitt. Bei diesen Opfern habe es sich ebenfalls um Franzosen gehandelt, teilte ein Sprecher des französischen Aussenministeriums, Bernard Valero, mit.

Zugverkehr ausgesetzt

Der BaZ-Journalist Peter de Marchi ist zurzeit in der Region in den Ferien, zirka 100 Kilometer von den Bränden entfernt. «Der Himmel färbt sich auch hier zeitweise schwarz-orange», sagt er gegenüber Redaktion Tamedia. «Es sieht furchterregend aus.» Wie die spanische Zeitung «El País» schreibt, seien die Brände ausser Kontrolle.

Wegen der sich ausbreitenden Flammen sind der Zugverkehr ausgesetzt und Grenzübergänge für den Autoverkehr zwischen Barcelona und Frankreich gesperrt worden.

Soldaten entsendet

Die Flammen zerstörten bislang 90 Quadratkilometer Fläche. Mehr als 1400 Menschen mussten wegen der Brände die Nacht in Unterkünften verbringen. Die Feuerwehr entsandte mehr als 80 Teams, um gegen die Waldbrände anzukämpfen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden zudem drei Löschflugzeuge entsandt. Der Brand in der Region Katalanien war am Sonntag kurz nach 13 Uhr nahe der Ortschaft La Jonquera ausgebrochen. Die Polizei evakuierte aus einem Feriencamp 74 Kinder und 17 Erwachsene. Sie wurden in eine Militärbasis gebracht.

Wegen des starken Windes mit Geschwindigkeiten von bis 90 Stundenkilometern konnten die ins Gebiet entsandten acht Helikopter zunächst nicht eingesetzt werden. Die Zentralregierung in Madrid schickte zur Brandbekämpfung eine Militäreinheit von 150 Soldaten ins betroffene Gebiet.

Brände auch in Italien

Schwere Brände tobten trotz einer Schlechtwetterfront auch in Italien weiter. Eine 20 Hektaren grosse Fläche Wald ist bei einem Feuer zerstört worden, das am späten Sonntag in Capannori unweit der Stadt Lucca entstanden war. Feuerwehrmannschaften waren die ganze Nacht im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Zwei Helikopter und zwei Flugzeuge mussten ausrücken, um den Brand zu löschen. Für Menschen und Wohnungen gab es keine Gefahr. Drei neue Brände wurden unweit von Genua gemeldet und zerstörten mehrere Hektar Wald. Starke Winde erschwerten die Arbeit der Feuerwehrmannschaften.

Bei schweren Bränden waren vergangene Woche grosse Flächen im Pollino-Nationalpark in der süditalienischen Region Kalabrien zerstört worden.

Ein Toter in Kroatien

Bei Waldbränden an der nordkroatischen Adriaküste kam ein Feuerwehrmann ums Leben; hunderte Touristen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Der 45-jährige Feuerwehrmann sei beim Kampf gegen einen Buschbrand in der Nähe von Moscenicka Draga auf der Halbinsel Istrien plötzlich zusammengebrochen und gestorben, sagte ein Sprecher dem staatlichen Fernsehsenders HRT. Die genaue Todesursache werde noch untersucht.

Ein weiterer Brand brach am Morgen im Umland der Hafenstadt Rijeka aus. Laut einem Polizeisprecher breiteten sich die Flammen rasch in Richtung der beiden Ferienorte Selce und Novi Vinodolski aus, heftiger Wind erschwerte den Kampf gegen die Flammen. Die Behörden sperrten den betroffenen Abschnitt der Küstenstrasse und liessen vorsorglich zwei Campingplätze in Selce räumen.

SDA/kle/ses/mw

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