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Streit um Schweizer Zeugin

Der Verteidiger des Wettermoderators Jörg Kachelmann hat erneut den Vorwurf der Zeugenbezahlung durch das Nachrichtenmagazin «Focus» und «Bild am Sonntag» erhoben.

sam
Johann Schwenn erhebt nach dem Urteil schwere Vorwürfe gegen das Mannheimer Gericht. (31. Mai 2011)
Johann Schwenn erhebt nach dem Urteil schwere Vorwürfe gegen das Mannheimer Gericht. (31. Mai 2011)
Keystone
Fahrt in die Freiheit: Jörg Kachelmann verlässt nach seinem Freispruch das Gerichtsgebäude durch einen Hinterausgang. (31. Mai 2011)
Fahrt in die Freiheit: Jörg Kachelmann verlässt nach seinem Freispruch das Gerichtsgebäude durch einen Hinterausgang. (31. Mai 2011)
Reuters
Aufmerksame Prozessbeobachterin: Alice Schwarzer an der Urteilsverkündigung am Mannheimer Landgericht. (31. Mai 2011)
Aufmerksame Prozessbeobachterin: Alice Schwarzer an der Urteilsverkündigung am Mannheimer Landgericht. (31. Mai 2011)
Reuters
Der Vorsitzende Richter Michael Seidling gibt das Urteil bekannt. (31. Mai 2011)
Der Vorsitzende Richter Michael Seidling gibt das Urteil bekannt. (31. Mai 2011)
Reuters
Kachelmann und sein Anwalt Johann Schwenn. (31. Mai 2011)
Kachelmann und sein Anwalt Johann Schwenn. (31. Mai 2011)
Reuters
Der Wettermoderator betritt den Gerichtssaal. (31. Mai 2011)
Der Wettermoderator betritt den Gerichtssaal. (31. Mai 2011)
Keystone
Nebenklägerin Sabine W. auf dem Weg ins Landgericht Mannheim. (31. Mai 2011)
Nebenklägerin Sabine W. auf dem Weg ins Landgericht Mannheim. (31. Mai 2011)
Reuters
Jörg Kachelmann fährt zum wohl letzten Mal in die Tiefgarage des Landgerichts ein. (31. Mai 2011)
Jörg Kachelmann fährt zum wohl letzten Mal in die Tiefgarage des Landgerichts ein. (31. Mai 2011)
Reuters
Auf der Lauer: Fotografen und Fernsehteams wollen einen Blick auf Kachelmann und Sabine W. erhaschen. (31. Mai 2011)
Auf der Lauer: Fotografen und Fernsehteams wollen einen Blick auf Kachelmann und Sabine W. erhaschen. (31. Mai 2011)
Reuters
Jörg Kachelmann steht seit Anfang September 2010 vor Gericht. Die Anklage wirft ihm vor, Sabine W., eine seiner Geliebten, im Februar 2010 mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe.
Jörg Kachelmann steht seit Anfang September 2010 vor Gericht. Die Anklage wirft ihm vor, Sabine W., eine seiner Geliebten, im Februar 2010 mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe.
Keystone
Michael Seidling ist der Gerichtsvorsitzende im Kachelmann-Prozess. Das Landgericht Mannheim eröffnet heute Vormittag das Urteil.
Michael Seidling ist der Gerichtsvorsitzende im Kachelmann-Prozess. Das Landgericht Mannheim eröffnet heute Vormittag das Urteil.
Keystone
Medienleute stürzen sich auf Kachelmann-Verteidiger Johann Schwenn, der im Prozess sehr offensiv auftrat und nach allen Seiten austeilte.
Medienleute stürzen sich auf Kachelmann-Verteidiger Johann Schwenn, der im Prozess sehr offensiv auftrat und nach allen Seiten austeilte.
Keystone
Das mutmassliche Opfer Sabine W. fährt im Auto ihres Anwalts Thomas Franz in die Tiefgarage des Landgerichts Mannheim.
Das mutmassliche Opfer Sabine W. fährt im Auto ihres Anwalts Thomas Franz in die Tiefgarage des Landgerichts Mannheim.
Keystone
Andrea Combé – hier mit Kachelmann-Anwalt Schwenn – ist die Pflichtverteidigerin des früheren TV-Wettermoderators.
Andrea Combé – hier mit Kachelmann-Anwalt Schwenn – ist die Pflichtverteidigerin des früheren TV-Wettermoderators.
Keystone
Die Mannheimer Staatsanwälte Lars-Torben Oltrogge (links) und Oskar Gattner vertreten die Anklage gegen Jörg Kachelmann.
Die Mannheimer Staatsanwälte Lars-Torben Oltrogge (links) und Oskar Gattner vertreten die Anklage gegen Jörg Kachelmann.
Keystone
Der Kachelmann-Prozess führte im Februar nach Zürich, wo eine Schweizer Zeugin von der Staatsanwaltschaft befragt wurde. Im Bild: Valentin Landmann, Rechtsanwalt der Zeugin, beantwortet Fragen von Reportern.
Der Kachelmann-Prozess führte im Februar nach Zürich, wo eine Schweizer Zeugin von der Staatsanwaltschaft befragt wurde. Im Bild: Valentin Landmann, Rechtsanwalt der Zeugin, beantwortet Fragen von Reportern.
Keystone
Im Falle eines Schuldspruchs würden Kachelmann mindestens fünf Jahre Freiheitsstrafe drohen. Nach der Festnahme im März 2010 sass er mehr als vier Monate in Untersuchungshaft.
Im Falle eines Schuldspruchs würden Kachelmann mindestens fünf Jahre Freiheitsstrafe drohen. Nach der Festnahme im März 2010 sass er mehr als vier Monate in Untersuchungshaft.
Keystone
Laut Rechtsmediziner Rainer Mattern sind im Fall von Sabine W. sowohl Selbst- als auch Fremdverletzungen möglich. Am Messerrücken fand er aber keine DNA-Spuren der früheren Kachelmann-Freundin. Für seine Expertise machte Mattern Selbstversuche und Experimente mit seiner Frau.
Laut Rechtsmediziner Rainer Mattern sind im Fall von Sabine W. sowohl Selbst- als auch Fremdverletzungen möglich. Am Messerrücken fand er aber keine DNA-Spuren der früheren Kachelmann-Freundin. Für seine Expertise machte Mattern Selbstversuche und Experimente mit seiner Frau.
Keystone
Der renommierte Rechtsmediziner Bernd Brinkmann vertritt die These, dass sich Sabine W. die Verletzungen selbst zugefügt habe. In Mannheim trat er als sachverständiger Zeuge auf. Als Gutachter war Brinkmann vom Gericht ausgeladen worden.
Der renommierte Rechtsmediziner Bernd Brinkmann vertritt die These, dass sich Sabine W. die Verletzungen selbst zugefügt habe. In Mannheim trat er als sachverständiger Zeuge auf. Als Gutachter war Brinkmann vom Gericht ausgeladen worden.
Keystone
«Es ist bedauerlich, dass ein so ernster Prozess durch Nebenkriegsschauplätze andauernd verzögert wird», sagte Alice Schwarzer, als sie in den Zeugenstand musste. Die Frauenrechtlerin, die auf der Seite von Sabine W. steht, berichtet für die «Bild»-Zeitung über den Kachelmann-Prozess.
«Es ist bedauerlich, dass ein so ernster Prozess durch Nebenkriegsschauplätze andauernd verzögert wird», sagte Alice Schwarzer, als sie in den Zeugenstand musste. Die Frauenrechtlerin, die auf der Seite von Sabine W. steht, berichtet für die «Bild»-Zeitung über den Kachelmann-Prozess.
Keystone
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Nach zweiwöchiger Prozesspause beantragte Johann Schwenn, der Anwalt von Jörg Kachelmann, am Montag vor dem Landgericht Mannheim, die Chefredakteure beider Printmedien sollten die Vergütungsvereinbarung mit der Schweizer Zeugin vorlegen. In beiden Blättern waren Anfang März detaillierte Berichte über die angebliche Aussage der Schweizer Zeugin veröffentlicht worden. Danach berichtete die Frau von angeblich brutalen Übergriffen Kachelmanns. Schwenn vermutet, dass die Frau von den Presseorganen Geld bekam. Falls die Chefredakteure den Vertrag nicht vorlegten, müssten die Redaktionsräume durchsucht werden.

Die Frau war am 15. Februar 2011 in Zürich im Rahmen der Rechtshilfe vernommen worden. Sie soll nach Angaben der beiden Medienorgane ausgesagt haben, dass Kachelmann sie bei einem Treffen in ihrer Wohnung geschlagen, am Hals gepackt und an den Haaren gezogen hätte. Der behauptete Vorfall soll sich rund drei Wochen vor der angeblichen Vergewaltigung in Schwetzingen ereignet haben, wegen der Kachelmann sich vor dem Landgericht Mannheim verantworten muss.

Nur ein «wirtschaftliches Interesse»?

Die Vernehmung der Zeugin erfolgte im Rechtshilfeverfahren, weil sie nicht vor einem deutschen Gericht erscheinen wollte. Sie hatte dabei beantragt, dass bei der Verlesung ihres Aussageprotokolls in Mannheim die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden solle, um ihre Intimsphäre zu schützen. Die Strafkammer des Landgerichts war dem Antrag gefolgt. Dennoch erschienen wenige Wochen später Berichte mit detaillierten Angaben über ihre angebliche Aussage.

Schwenn hält die Frau selbst für die Informantin. Sie habe ein «wirtschaftliches Interesse», sagte er. Sie habe den Ausschluss der Öffentlichkeit nicht zum Schutz ihrer Intimsphäre beantragt, sondern weil sie «in Wahrheit nur ein Geschäft machen will.» Die Strafkammer stellte die Entscheidung über den Beweisantrag zurück. Zunächst wurde eine frühere Freundin Kachelmanns unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen.

(dapd)

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