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Studium auf strahlendem Müll

Physiker der Universität von Neu Delhi sollen vor zwei Jahrzehnten rund 20 Kilogramm Atommüll in eine Grube auf dem Hochschulcampus geschüttet haben.

Der Chemie-Professor Ramesh Chandra sagte der «Times of India» (Freitagsausgabe), mit dem strahlenden Material sei nicht «angemessen» umgegangen, sondern es sei auf dem Hochschulgelände «einfach begraben» worden. Am Donnerstag hatte die indische Polizei der Universität bereits vorgeworfen, sie habe eine Maschine zur Bestrahlung mit radioaktivem Kobalt auf einem Schrottplatz entsorgt. Dadurch sei ein 35-jähriger Arbeiter tödlich verstrahlt worden, sieben weitere seien zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht worden.

Auch nach 20 Jahren müsse damit gerechnet werden, so Chandra weiter, dass der Atommüll in der Grube auf dem Universitätsgelände noch radioaktive Strahlung verbreite. Die Hochschulleitung wollte sich zu dem Vorwurf des Chemikers am Freitag nicht offiziell äussern. Nach Informationen der Tageszeitung «Asian Age» entzog die zuständige Aufsichtsbehörde der Universität am Donnerstagabend das Recht zur Nutzung radioaktiven Materials. Die Universität der indischen Hauptstadt hatte 1980 eine Maschine zur Gamma-Bestrahlung erworben, diese 1985 ausser Dienst gestellt und im Februar dieses Jahres auf einer Auktion veräussert.

Am Montag beginnt in New York eine internationale Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrages. Dort soll es unter anderem auch um das Problem gehen, dass Materialien aus der Kernkraftgewinnung auch aus zivilen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Forschungseinrichtungen oder Industrieanlagen in falsche Hände geraten können.

AFP/raa

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