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Suizid von Rentnerin in Malters hat Folgen für Polizeileiter

Wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung hat die Luzerner Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eröffnet. Dabei geht es um die Drogenrazzia, die mit Suizid einer Rentnerin endete.

Grosseinsatz in Malters LU: Die Polizei umstellt ein Gebäude. (9. März 2016)
Grosseinsatz in Malters LU: Die Polizei umstellt ein Gebäude. (9. März 2016)
Alexandra Wey, Keystone
In einer Wohnung verschanzt sich eine Frau. Als die Beamten das Haus stürmen, stossen sie auf die leblose 65-Jährige.
In einer Wohnung verschanzt sich eine Frau. Als die Beamten das Haus stürmen, stossen sie auf die leblose 65-Jährige.
Alexandra Wey, Keystone
Angeklagt: Adi Achermann, der Kommandant der Luzerner Polizei, anlässlich einer Medienkonferenz in Emmenbrücke. Auch die SRF-Sendung «Rundschau» berichtet von Ungereimtheiten beim Einsatz.
Angeklagt: Adi Achermann, der Kommandant der Luzerner Polizei, anlässlich einer Medienkonferenz in Emmenbrücke. Auch die SRF-Sendung «Rundschau» berichtet von Ungereimtheiten beim Einsatz.
Alexandra Wey, Keystone
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Der Einsatz der Luzerner Polizei, während dessen am 9. März in Malters eine Frau Suizid begangen hat, zieht eine Strafuntersuchung nach sich. Der ausserkantonale Staatsanwalt hat gegen den Polizeikommandanten und den Kripochef eine Strafuntersuchung eingeleitet.

Bei dem Verfahren gehe es um den Verdacht der fahrlässigen Tötung, teilte die Luzerner Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Es gelte die Unschuldsvermutung.

Wurden ausreichend Alternativen zum gewählten Vorgehen geprüft?

Der von Luzern eingesetzte ausserordentliche und ausserkantonale Staatsanwalt, der Aargauer Christoph Rüedi, hat gemäss Mitteilung in einer Voruntersuchung die Umstände der Selbsttötung untersucht und dazu mehrere Personen befragt. Ein Fehlverhalten der beiden Polizeikader könne nach dieser Voruntersuchung nicht zum Vornherein ausgeschlossen werden, heisst es im Communiqué.

Mit der Strafuntersuchung soll nun der Polizeieinsatz detailliert abgeklärt werden. Zu klären sei, ob ausreichend Alternativen zum gewählten Vorgehen geprüft worden seien und ob der Polizeikommandant und der Chef der Kriminalpolizei für den Tod der Frau strafrechtlich verantwortlich seien.

17 Stunden in Wohnung verschanzt

Anfang März hatte sich eine 65-jährige Frau während 17 Stunden in einer Wohnung in Malters verschanzt und sich mit Waffengewalt gegen die Aushebung einer Hanfanlage ihres Sohnes gewehrt. Schliesslich stürmte die Polizei die Wohnung. Sie fand die Frau leblos im Badezimmer vor. Sie hatte sich selbst erschossen.

Der Sohn der Verstorbenen reichte darauf eine Anzeige wegen Amtsmissbrauchs und fahrlässiger Tötung ein. Mit dem Verfahren wurde ein ausserkantonaler Staatsanwalt betraut. Der Polizeieinsatz wird zudem vom Zuger alt Regierungsrat Hanspeter Uster in einer Administrativuntersuchung aufgearbeitet werden. Diese Verfahren ruht indes, bis die Strafuntersuchung abgeschlossen ist.

SDA/kko

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