Böen bis 260 km/h: Mindestens 25 Menschen durch Supertaifun getötet

«Mangkhut» ist der bislang stärkste Wirbelsturm des Jahres. Auf den Philippinen hat er Todesopfer gefordert. In China wurde die höchste Alarmstufe ausgegeben.

Dächer lösen sich von Häusern: In Hongkong sind die ersten Auswirkungen des Wirbelsturms auf die Millionenstadt bereits sichtbar. Video: Tamedia/AFP

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Durch den Super-Taifun «Mangkhut» sind am Samstag auf den Philippinen nach Angaben des Katastrophenschutzes mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Behörden mitteilten, starben die meisten Menschen durch Erdrutsche in der Region Cordillera.

Die Erdrutsche wurden durch den Sturm und die mit ihm einhergehenden heftigen Regenfälle ausgelöst. Der Sturm war mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro Stunde über die Nordspitze des südostasiatischen Landes hinweggezogen und hatte eine Schneise der Verwüstung gezogen. Am Sonntag zog der Sturm weiter in Richtung Hongkong und die chinesische Küste.

In der Provinz Benguet kamen zwei Helfer, ein 13 Jahre altes Kind und eine vierköpfige Familie ebenfalls bei Erdrutschen ums Leben. Im Grossraum Manila ertrank ein Mädchen in einem Hochwasser führenden Fluss.

Es werde vermutlich weitere Tote geben, sagte der Chef des nationalen philippinischen Katastrophenschutzes, Ricardo Jalad angesichts von Erdrutschen, Überschwemmungen und eingestürzten Gebäuden. Die Behörden haben die zweithöchste Sturmwarnstufe ausgerufen.

Millionen Menschen betroffen

Mindestens vier Millionen Menschen leben direkt in der vorhergesagten Taifunschneise. Betroffen sind sechs Provinzen auf Luzon. Mehr als 105'000 Bewohner flohen bereits aus den Küstengebieten im Norden der Inselgruppe.

Auf Luzon vernagelten Ladenbesitzer und Bewohner die Fenster ihrer Häuser und befestigten Dächer, damit diese im Sturm nicht davongeweht werden. Am Freitagabend wurden bereits in der Stadt Tuguegarao im Norden der Insel Bäume entwurzelt. Schwere Niederschläge begleiteten die Vorläufer.

«Wie ein Weltuntergang»

«Von allen Taifunen in diesem Jahr, ist dieser der stärkste», sagte Hiroshi Ishihara vom japanischen Wetterdienst. «Es war wie der Weltuntergang», sagte die 64-jährige Bebeth Saquing, die dem Sturm getrotzt hat.

Myrna Parallag war dagegen zusammen mit ihren zwei Enkelkindern tags zuvor vor dem Taifun geflüchtet. Nun fürchte sie, dass die Überschwemmungen «unser Haus erreichen», sagte die 53-Jährige.

Die Philippinen werden jedes Jahr von durchschnittlich 20 Taifunen und Tropenstürmen heimgesucht, alljährlich gibt es hunderte Todesopfer. Ein Sturm der Kategorie vier war auch der Taifun «Haiyan» im Jahr 2013 - es war der tödlichste Wirbelsturm, den die Philippinen seit Beginn der Aufzeichnungen erlebten. Damals wurden mehr als 7350 Menschen getötet oder sie gelten noch immer als vermisst.

Höchste Alarmstufe in China

Das nationale chinesische Wetteramt gab am Sonntag die höchste Taifun-Alarmstufe aus und warnte davor, dass «Mangkhut» der bisher stärkste Taifun werden könnte, der in diesem Jahr auf die chinesische Küste trifft. Der Wirbelsturm wird voraussichtlich ab Sonntagnachmittag oder am Abend mit voller Wucht die Südküste erreichen.

Zehntausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht und Schiffe zurück in die Häfen beordert. Auch die Millionenmetropole Hongkong bereitete sich am Sonntag auf den kompletten Stillstand vor und rief die höchste Taifun-Warnstufe der Stadt aus. Fernsehsender zeigten Bilder von starken Regenfällen, die sich über der Stadt entluden.

Hunderte Flüge wurden gestrichen, der Nahverkehr eingeschränkt und Bewohner aus tief liegenden Gebieten in Sicherheit gebracht. Das Wetteramt warnte vor Sturmfluten und Überschwemmungen, die noch schwerere Verwüstungen anrichten könnten als Taifun «Hato» im vergangenen Jahr, für den Hongkong zuletzt die höchste Warnstufe ausgegeben hatte.

Auch die für ihre Casinos- und Luxushotels bekannte Stadt Macau bereitete sich auf den Taifun vor. In der Stadt waren durch «Hato» - dem schlimmsten Taifun seit 50 Jahren - mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Behörden ordneten am Samstagabend die Schliessung der Casinos der Stadt an.

(NN/sda/afp)

Erstellt: 16.09.2018, 05:22 Uhr

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