Supertaifun trifft auf Chinas Küste: 32 Tote

«Lekima» hat einen Erdrutsch ausgelöst, bei dem 32 Menschen starben. Eine Million Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

«Lekima» ist laut dem Nationalen Meteorologischen Zentrum Chinas der stärkste tropische Taifun seit 2014. Video: Tamedia

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Die Zahl der Todesopfer durch den Taifun «Lekima» an der Ostküste Chinas ist weiter gestiegen. Nach Angaben der örtlichen Behörden vom Sonntag kamen mindestens 32 Menschen ums Leben. Mindestens 16 Menschen werden noch vermisst.

Der als Supertaifun eingestufte Sturm traf am Samstagmorgen mit Windgeschwindigkeiten von 187 Stundenkilometern bei der Stadt Wenling an Land, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Der Wind entwurzelte tausende Bäume, angesichts heftiger Regenfälle warnten die chinesischen Behörden vor Sturzfluten und Schlammlawinen. Mehr als eine Million Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Behörden hatten zuvor die höchste Warnstufe für den Sturm ausgeben.

Der Taifun ist in Wenling auf das chinesische Festland getroffen. Foto: Reuters

Bereits am Samstag hatte der chinesische Fernsehsender CCTV berichtet, dass durch einen von «Lekima» ausgelösten massiven Erdrutsch in der Küstenstadt Wenzhou mindestens 18 Menschen getötet worden seien. Es war zunächst unklar, ob die weiteren zehn Todesopfer, welche die Behörden am Tag darauf bekannt gaben, ebenfalls bei diesem Erdrutsch ums Leben kamen. Weitere 20 Menschen wurden nach Angaben der Behörden der Provinz Zhejiang, in der Wenzhou liegt, am Sonntag noch vermisst.

Die Behörden in Zhejiang strichen etwa 300 Flüge und stellten den Bahn- und Fährverkehr ein. Mehr als 110'000 Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht.

Der Sturm zog über das Inland in Richtung Norden weiter und wurde von einem «Supertaifun» zu einem «Taifun» herabgestuft.

Der Taifun zieht am Samstag in Richtung Shanghai weiter. Foto: Reuters/Aly Song

In Shanghai wurden zahlreiche Sehenswürdigkeiten, Museen und Parks geschlossen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua zudem berichtete. Auch viele Schnellzugverbindungen wurden eingestellt. Hunderte Flüge fielen aus. Die Behörden warnten sogar davor, auf die Strasse zu gehen.

Am Sonntag erreichte «Lekima» die Provinz Jiangsu nördlich von Shanghai. Im weiteren Verlauf des Tages sollte der Sturm in der Provinz Shandong eintreffen. In beiden Provinzen warnten die Behörden die Bevölkerung vor sintflutartigem Regen.

Schäden in Japan und Taiwan

Zuvor hatte der Taifun am Freitag in Japan und Taiwan gewütet. Er brachte viel Regen nach Nordtaiwan, in der Folge waren nach Behördenangaben mehr als 3000 Haushalte ohne Strom. Mehr als 500 Flüge wurden gestrichen. Ein 64-jähriger Mann kam beim Baumfällen ums Leben. Mehr als 2500 Menschen in hochwassergefährdeten Gebieten wurden in Sicherheit gebracht.

In Japan wurden mehr als 60 Flüge und etwa 150 Fährverbindungen in der Region der Ryukyu-Inseln gestrichen. Mindestens vier Menschen in der Präfektur Okinawa wurden verletzt, wie lokale Medien weiter berichteten. (sda)

Erstellt: 09.08.2019, 08:17 Uhr

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